1. Laura Kraft 31


    Datum: 08.02.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: bychicago4

    ... eigentlichen Auftrag, den die 63jährige über Meir Dagan, Chef des Mossad, ihr zugedacht hatte, zu erfüllen. Und zwar ihre Schwester Sharon und dieses rothaarige Miststück kaltzustellen. Die Lavalliere war die Einzige, die wusste, dass Ellen Goldstein eine russische Doppelagentin war, die den Mossad praktisch in der Hand hatte. Sowohl Meir Dagan als auch Mosche Weisz waren von Ellen persönlich eingesetzt worden, nachdem die alte Führungsspitze aus Altersgründen die Sessel räumen musste. Dieser Coup war einfache genial. Ellen hatte dann auch noch alle erfahrenen Agenten des Mossad eliminiert und durch neue, junge und unerfahrene Leute ersetzt. Durch Agenten, die von Ellen´s Vergangenheit nichts wussten und keine Verbindung zu der alten Führungsriege des Mossad hatten.
    
    Zu diesen jungen Agenten zählten auch die Rashem-Schwestern Sharon und Shoshana. Sie befanden sich seinerzeit im Jugendausbildungslager. Die Jüngere war ein Ausnahmetalent. Neben ihrer Kampfausbildung war sie ein Flieger-As. Sie beherrschte die kompliziertesten Kampfjets im Schlaf, und das schon seit sie 14 Jahre alt war. An diesem Mädchen ging kein Weg vorbei. Ellen war gezwungen, sie zu fördern und beim Mossad einzugliedern, um sie unter Kontrolle halten zu können. Ähnliches galt auch für die ältere Schwester Sharon. Die war nicht so spektakulär wie die Jüngere, konnte aber auch hart kämpfen und war eigentlich die bessere Agentin, weil sie in der Lage war, kühl zu analysieren statt gleich auf alles drauf zu ...
    ... hauen.
    
    Das Sharon durch Zufall auf die Spur der Schatzsucherinnen gestoßen war und damit auch auf Virginie Lavalliere, war nicht geplant. Noch weniger vorherzusehen war, dass Sharon und der Rote Teufel zusammen arbeiteten. Daher bestand die Möglichkeit, dass Sharon von ihr etwas über Ellen Goldstein erfahren hatte, was sie keinesfalls wissen durfte.
    
    Die einzige Person, die in der Lage war, Sharon aus dem Rennen zu nehmen, war deren „kleine Schwester" Shoshana. Jede andere würde Sharon nicht an sich heran lassen und womöglich abtauchen. Die Beiden waren schon immer Rivalinnen. Shoshana würde eher sterben, als sich von ihrer Schwester besiegen zu lassen. Und sie war grundsätzlich anderer Meinung als Sharon. Wenn die Ältere sagt, das Wasser fließt bergab, würde Shoshana behaupten, es fließe bergauf. Die ideale Gegnerin für Sharon. Nur scheinbar hatte es nicht geklappt. Sharon und die Lavalliere waren verschwunden. Das zehrte an Ellen´s Nerven.
    
    Jetzt war aber der Punkt erreicht, wo sich Ellen selbst um alles kümmern musste. Shoshana war ein Klotz am Bein. Sie würde anfangen, Fragen zu stellen, wenn die Ältere sie weiter mitschleppte. Zum Glück wusste die Kleine nicht, worum es eigentlich ging. Sie hatte ja nur den Auftrag bekommen, Sharon und die Lavalliere auf Eis zu legen.
    
    Ellen kämpfte sich in Höhe des Querstollens drei durch den Fahrstollen B weiter in den Berg hinein. Ihr leichtes, schwarzes Minikleid behinderte sie zum Glück nicht. Wie eine Artistin schlängelte ...
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