1. Ina


    Datum: 07.03.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: bybumsfidel

    ... kleinen Pimmel zu wichsen und schießt seine Ladung in die Luft. Warum Afifa sich keinen besser bestückten sucht, wenn sie schon fremdgeht, ist Ina ein Rätsel.
    
    'So routiniert wie die beiden vorgehen, ist das bestimmt nicht das erste mal', denkt sie dann im Stillen. Sie duckt sich ins Halbdunkel des Stalles während die beiden ihre Kleidung wieder richten und ins Haus gehen.
    
    Ina wartet ein paar Minuten, dann holt sie ihre Kutsche aus dem Stall und spannt die Pferde vor. Vor der Hütte angekommen stolpert sie und fällt mit der Schulter gegen ein Rad, das knirschend nachgibt. Sie schaut sich um und sieht die Bescherung.
    
    "Hirkani! Komm mal bitte!"
    
    "Ach Du Scheiße! Was ist denn hier passiert?", sieht sie Ina verdattert an.
    
    Am Rad ist eine Speiche durchgesägt worden.
    
    "Wenn wir das nicht gemerkt hätten ... wir könnten Tod sein!", flüstert sie ergriffen.
    
    "Ich glaube Ganesh hat Recht, es ist besser zu warten. Das Rad muss eh repariert werden", gibt Ina die Fluchtpläne fürs Erste frustriert auf. Sie beauftragen Ajith mit der Reparatur, der gleich noch eine zweite angesägte Speiche findet.
    
    "Irgendjemand kann uns nicht leiden", stellt Ina sarkastisch fest.
    
    Gegen Mittag reitet Ganesh in das Dorf ein.
    
    "Ina! Hirkani! Ich möchte Euch etwas zeigen!"
    
    Beide Frauen treten aus dem Haus.
    
    "Wir Dir auch!", zeigt Ina ihm die beschädigten Räder.
    
    "Hast Du dafür eine Erklärung?", ist Ina stinksauer und verdächtigt Ganesh für die zersägten Speichen verantwortlich zu ...
    ... sein.
    
    "Ja, hab ich. Aber nicht hier. Würdet Ihr bitte mit mir kommen? Und habt keine Angst, die Gefahr ist vorüber."
    
    Ina kann mit Ganeshs Förmlichkeit nicht viel anfangen und bleibt skeptisch. Doch Hirkani hat volles Vertrauen in Ganesh und drängt sie mitzugehen. So steigt Ganesh ab, nimmt sein Pferd am Zügel und zu dritt laufen sie fast eine Stunde in den Wald.
    
    "Wartet hier kurz." Ganesh lässt sein Pferd bei den Frauen und verschwindet im Unterholz. Nach kurzer Zeit kehrt er zurück. Am Zügel führt er ein zweites Pferd mit einer Leiche quer über dem Sattel.
    
    "Kennt Ihr den noch?", fragt er, die Reaktion der Frauen genau beobachtend.
    
    Ina hebt den Kopf der Leiche und prallt zurück. "Aber das ist doch unser Kutscher! Den haben wir doch selbst beerdigt!", gibt sie völlig überrumpelt ihr Geheimnis preis.
    
    "Nein, nicht ganz". widerspricht Ganesh. "Ihr habt vermutlich eine Leiche, die seine Klamotten trug, beerdigt. Hatte Euer Toter denn noch seinen Kopf auf den Schultern?"
    
    "Nein. Weder da noch anderswo. Wir haben gedacht ...", wird Ina unterbrochen.
    
    "Ja, das war genau sein Plan. Irgendeinen armen Kerl umbringen, um selbst als Tod zu gelten und Euch ungestört verfolgen können und wenn möglich so töten, dass es nach einem Unfall aussieht."
    
    Ina und Hirkani schauen ungläubig.
    
    "Doch, so muss es gewesen sein. Er hatte den Auftrag, es wie ein Unfall aussehen zu lassen. Als ich dahinter gekommen bin, wäre es fast zu spät gewesen. Der fehlende Splint hat mich ...
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