1. Meine Geschichte


    Datum: 30.04.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaran66

    ... andere wollte. Wieder aufstehen war nicht möglich.
    
    Ihr Blick wurde noch eindringlicher und ich glaubte zu sehen, wie ihre Augen immer größer wurden. Groß wie Teller blickten sie mich an und gruben sich in die meinen. Dabei hatte ich den Eindruck, als wenn ich die Gedanken von jemandem anderen hören konnte, verstand sie aber nicht. Es war eher wie ein Wispern, ein leises Raunen.
    
    Ohne Übergang verschwand dieser Eindruck wieder. Als wenn nichts gewesen wäre, saß sie vor mir und atmete etwas schneller und tiefer als zuvor, als wenn sie sich sehr angestrengt hätte. Ebenso verließ mich die Starre, die mich gefangen hatte. Ich war wieder Herr meines Körpers und hätte aufstehen können, aber ich tat es nicht. Jetzt hatte ich den Eindruck, als wenn es interessant werden könnte.
    
    „Sie urteilen nach dem was sie sehen, nicht nach dem was sie spüren. Wenn sie glauben, dass die Kugel, die Karten und alles andere hier nur Firlefanz ist, dann haben sie teilweise recht. Es ist auch nicht für sie bestimmt, sondern für andere. Sie sind aus einem ganz anderen Grund hier. Samira hat mir erzählt, was ihr passiert ist und ich möchte gerne herausbekommen, ob es ist, wie ich denke.
    
    Wenn ich es richtig sehe, ist dort wirklich etwas, was für mich und für sie selber interessant werden könnte. Noch konnte ich es nicht genau sehen, es liegt noch im Nebel. Doch wenn sie möchten, können wir es gemeinsam herausfinden!"
    
    „Und was wird das kosten?", fragte ich noch ungläubig, denn ich glaubte ...
    ... inzwischen, dass es ein abgekartetes Spiel von Samira und der Frau war. Dabei fungierte Samira als Lockvogel. Dann wäre das Stolpern nur gespielt gewesen, um mich in die Falle zu locken. Gut eingefädelt, das musste ich schon zugeben.
    
    „Es wird sie nichts kosten, sie sind kein Kunde. Sagen wir mal so, sie sind ein Forschungsobjekt für mich. Gleichzeitig werden sie viel über sich selber erfahren, werden etwas lernen, was sie für nicht möglich gehalten hätten. Was halten sie davon?"
    
    Es kostete nichts. Das passte einfach nicht in meine soeben aufgestellte Theorie.
    
    In meinem Kopf kreiste es und ich fragte mich, ob ich das wirklich mitmachen wollte. Zuvor war ich ein rational denkender Mensch gewesen, hier betrat ich sicher Neuland und das behagte mir nicht. Es würde nicht in mein Weltbild passen, was ich mir zurechtgelegt hatte und bereits seit meinem gesamten Leben glaubte. Esoterik und Ähnliches hatte ich niemals an mich herangelassen, empfand es als vollkommen sinnlos, an den Haaren herbeigezogen.
    
    Auch wenn ich es ablehnte, konnte es nicht schaden, sich darauf einzulassen. Schlimmstenfalls würde es mich in meiner Ansicht bestärken, dass es nur Mist war. Was hatte ich zu verlieren.
    
    Nichts.
    
    „Nun gut. Abgemacht. Wenn es nichts kostet, dann werde ich an ihrem Experiment teilnehmen. Allerdings nur unter der Bedingung, dass ich aussteigen kann, wenn ich es will. Jederzeit. Keine Fragen danach, warum oder weshalb!"
    
    Die Frau schien einen Augenblick zu überlegen, nickte ...
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