1. Meine Geschichte


    Datum: 30.04.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaran66

    ... Ich konnte mich nicht auf das konzentrieren, was ich mir vorgenommen hatte. Die letzten Tage waren einfach zu seltsam gewesen, um sie einfach beiseiteschieben zu können. Außerdem zog es mich wieder zu diesen zwei Menschen, die so plötzlich in mein Leben gekommen waren. Ich glaubte langsam nicht mehr an Zufall.
    
    Schon am frühen Nachmittag machte ich mich wieder auf die Socken. Es zog mich magisch in die Richtung von Asifa und Samira. Hier hoffte ich, mehr Informationen zu bekommen.
    
    Wie selbstverständlich ging ich durch das Tor und zu dem Wohnwagen. Die Villa ließ ich links liegen. Ich wollte sie nicht mehr betreten. Jedenfalls in nächster Zeit nicht mehr.
    
    Am Wohnwagen angekommen, klopfte ich an die Tür, aber es schien niemand da zu sein. Also ging ich zu dem kleinen Tisch, an dem Asifa und ich schon gesessen hatten. Hier stand ich einen Moment und betrachtete die Eibe. Sie sah fast genauso aus wie die auf dem Friedhof, zumindest was den Stammdurchmesser betraf. Nur die Krone war weiter ausladend. Sie spannte sich wie der Hut eines Pilzes über mich.
    
    Ich verspürte den inneren Drang danach, den Baum zu berühren und trat die wenigen Schritte bis zum Stamm vor. Zögernd legte ich beide Handflächen gegen die abblätternde Borke und meinte ein leichtes vibrieren zu spüren. Plötzlich schossen mir Bilder in den Kopf. Ich sah unbekannte Menschen, die seltsam angezogen waren, als wenn sie aus anderen Jahrhunderten stammten. Auch Asifa war darunter, jedoch ähnlich ...
    ... angezogen. Sie unterschied sich zumindest äußerlich kaum von den anderen.
    
    „Was erzählt der alte Baum? Ist er schon boshaft geworden oder noch friedlich?", hörte ich auf einmal Asifas Stimme neben mir und ich zuckte erschrocken zusammen. Ich hatte sie nicht kommen gehört, noch gesehen. Wahrscheinlich war sie direkt hinter mit aufgetaucht, sozusagen im toten Winkel.
    
    Sofort ließ ich den Stamm los und drehte mich zu ihr um.
    
    „Nein, er war nicht boshaft zu mir. Warum sollte er auch. Ich habe ihm nichts getan!"
    
    „Man muss jemandem nichts tun, damit er böse auf einen wird. Einige Wesen entwickeln einen innerlichen Drang dazu, garstig zu sein. Sie können es einfach nicht lassen. Vielleicht ist die Eibe aber auch nur nett zu dir, weil du ein Mann bist. Es ist schließlich eine alte Dame. Welche Frau liebt es nicht, von einem jungen Mann berührt zu werden. Für sie bis du das jedenfalls. Geradezu ein Kücken. Du solltest öfters hierher kommen, das würde sie sicher freuen!"
    
    Es war schon seltsam, wenn ein Mensch über einen Baum sprach, als wenn es genauso ein denkendes Wesen war, wie ein Tier oder gar Mensch. „Die Menschen glaube immer, sie wären die Krone der Schöpfung, das Intelligenz ein Zeichen von Perfektion ist. Schon ein seltsamer Gedanke, wenn man daran denkt, dass gerade diese Intelligenz uns dazu veranlasst, diesen Planeten zu zerstören. Schau dir die Saurier an. Eine Tiergruppe, die zig Millionen Jahre überlebt hat, die Erde beherrschte, bis sie durch einen dummen Zufall ...
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