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Die nackte Geigerin
Datum: 05.07.2021, Kategorien: Kunst, Autor: baer66
... er ohne sein Streicheln zu unterbrechen. "Hör mal: 'Balsam für die Ohren hat es zuvor mit einem Star gegeben: Anne-Sophie. Sie begegnet auch der allerneuesten Musik mit ihrem immer wieder faszinierenden, aber auch immer gleichen samtig schillernden Klang.'" "Diese Schmeichler!", stöhnt Anne-Sophie erregt unter seinen Händen. Und wieder denkt sie an die allerneuesten Kreationen ihres Lieblingschefs. "Und weiter: 'Im Zentrum des Interesses aber stand am Donnerstag die Aufführung von ‚irreparabile tempus’, dem dritten Violinkonzert von Sofia G. mit Anne-Sophie als Solistin. Die Namensverwandtschaft inspirierte die russische Komponistin, der Sologeige die allegorische Gestalt der Sophia, der göttlichen Weisheit und schöpferischen Kraft, zu verleihen. Sonst gibt es nur tiefe Streicher, meistens schwebt die Solistin in stratosphärischen Höhen, unbehelligt von den Stürmen des tiefen Blechs unter ihr.'" Anne-Sophie ist völlig in ihrer Lust versunken, zittert und bebt. Alle ihre Sinne explodieren in ihrem Kopf. Sie sinniert: "Mein Liebster kann's. Er ist aktiv, macht es einfallsreich und mit Gefühl. Auch wenn er sich schon lange nicht mehr dazu aufgerafft hat, sitzt jeder Handgriff. Er hat Geschmack und weiß, wie man die entscheidenden Sinne streichelt. Da ist ein Könner am Werk, ich bestreite es nicht." Sie seufzt und windet sich unter seinen Liebkosungen. Ihr Atem geht schneller. Keuchend denkt sie: "Die Sache hat nur einen Haken: Er braucht viel Anerkennung. ...
... Spätestens danach will er lange gelobt werden. Eigentlich wartet er schon währenddessen auf Entzückungsschreie: 'Aaah...!' 'Das ist Wahnsinn...' 'So war's noch nie!'. Wenn ich enthusiastisch Beifall spende, blitzen seine Augen. Besonders glücklich macht ihn der Applaus von Zuschauern, von denen er die Begeisterung der bezahlten Claqueure der Theater des 19.Jahrhunderts erhofft.", erinnert sie sich an beglückende Momente. Auch dabei sind sie einander so ähnlich! Mit einem Aufschrei kommt sie und ihr Körper wird von einem gewaltigen Orgasmus geschüttelt. Zur Überraschung von D. sagt Anne-Sophie, kaum daß sie wieder etwas ruhiger geworden ist: "Ach, Liebling, ich sterbe vor Hunger!" "Könntest Du nicht wieder einmal etwas für uns beide herbeizaubern?", bittet sie und schaut ihm tief in die Augen. Der kochende Mann ist ein Applaus-Junkie. Nicht ungern würde er Zustimmung mit Klopfen am Tisch entgegennehmen, wie es in den Uni-Hörsälen üblich ist. Noch nicht erforscht ist, was in der Anerkennungsskala mehr wiegt - trampeln im Sitzen oder stürmischer Applaus stehend. Anne-Sophie erinnert sich, daß sie die erste hauchdünne Palatschinke, die ihrem Geliebten gelungen ist, mit einem tiefen Knicks beantwortet hat. Seit diesem Moment ist er ihr Herr und Meister. Vorbei sind die Zeiten, in denen ein Mann am Herd die Erotik einer Weinbergschnecke gehabt hat. Heute ist das anders. Der neue Mann bindet sich eine Schürze um, nähert sich einer Feuerstelle und auf der nach oben ...