1. Die Insel


    Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran

    ... merkwürdig aber gewöhnte sich schnell daran, denn besser konnte es ihm nicht gehen. Als alleinstehender Mann hatte es den großartigen Vorteil nicht selber kochen zu müssen, und wenn er ehrlich war, schmeckte es bei den anderen auch viel besser. Sich sein Essen selber zu machen hatte etwas von Nahrungsaufnahme, bekochte zu werden etwas von Genuss.
    
    Besonders wunderte es ihn, dass drei der Frauen andauernd seine Hilfe in Anspruch nahmen. Drei so unterschiedlich, wie sie es nur sein konnten.
    
    Eines Tages wurde Kayun wieder einmal zu Frapi gerufen, wie schon so oft in letzter Zeit. Kayun musste immer lächeln, wenn er an sie dachte. Fragte er sich doch immer, wie sie zu diesem Namen gekommen war. Was hatten sich die Eltern dabei gedacht? Er wüsste nicht, dass es schon einmal jemandem im Dorf gegeben hätte, mit den Namen.
    
    Auf der anderen Seite passte ihr Name aber auch zu ihr. So merkwürdig wie ihr Name war sie selber auch. Etwa so alt wie er selber, vielleicht auch ein paar Monate älter, so genau wusste das hier niemand, nicht einmal von sich selber.
    
    Was sie auszeichnete, war ihre Art. Selber klein und schmal. Was an ihr allerdings auffiel, waren die strubbligen Haare und ihre ungewöhnlich hellen Augen, die immer lustig in die Welt schauten.
    
    Waren sie bei den anderen Bewohnern eher dunkelbraun bis fast schwarz, waren ihre hellbraun. Wenn man ihr genau in die Augen sah, meinte man sogar eine grünliche Umrandung zu sehen. Allerdings kam man normalerweise nicht so nah ...
    ... an sie heran und wenn nur sehr kurz, denn wenn Frapi was nicht konnte, dann ruhig sein. Sie war fast immer mit irgendetwas beschäftigt und nur die wenigsten hatten sie jemals ruhen gesehen.
    
    Kaum war Kayun zu Frapis Hütte gekommen, wurde er schon hineingerufen. Er bückte sich um durch den schmalen, tiefen Eingang zu kommen, der bei jeder Hütte so war, und betrat den Innenraum. Ihn erwartete ein dämmriges Licht von einer Lampe und Frapi, die auf einem der zwei Stühle saß, die an einem Tisch standen. Ansonsten war die Hütte nicht größer oder kleiner als die anderen. Das Einzige, was auffiel, war, dass sonst so gut wie nichts in der Hütte war. Kein anders Möbel war zu sehen oder gar etwas, was das triste innere freundlicher gestaltet hätte. So wie es aussah, machte sie sich nichts daraus. Nur noch eine Schlafstadt und eine Art Regal rundeten alles ab.
    
    Und eben dieses Regal war das Problem. Frapi an Körperstatur eher klein kam an das obere Brett nicht heran. Selbst Kayun konnte nicht darauf sehen, dafür reichte nicht einmal seine Kopfhöhe. Er fragte Frapi nur, was sie wollte und sie antwortete, dass sie meine, dass dort ein Kamm liegen müsste, den sie schon lange vermisste.
    
    Gut, das leuchtete Kayun irgendwie ein, denn bei dem strubbligen Haar hatte sie lange keinen Kamm mehr benutzt, allerdings fragte er sich dabei wirklich, warum sie erst jetzt darauf kam. Doch das war wohl ihre Sache. Also ging er zum Regal und tastete über die obere Ablage.
    
    Wenige Augenblicke stellte ...
«12...909192...144»