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Datum: 08.10.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: lost_of_mind
... mitfahren könnte bis zum Einkaufszentrum, fragte sie in korrektem, aber langsamen Englisch. "So ein Zufall, da wollte ich auch gerade hin!" Antwortete Carina in flüssigem Englisch, allerdings mit bewusst langsam und deutlich gesprochenen Worten. Sie war etwas froh über die Begleitung. Der Gegensatz ist Atemberaubend. Das moderne Einkaufszentrum könnte genausogut irgendwo in Mitteleuropa stehen. Nur die Autos davor unterschieden sich, so sah es vor 15 oder 20 Jahren in Mitteleuropa aus, sogar ein Eselkarren hatte sich verirrt. Auch die Häuser in den Dörfern sahen veraltet aus, teilweise immer noch vom Krieg gezeichnet. Nur zwischendrin standen vereinzelt neue Häuser, wahrscheinlich Leute die im Ausland arbeiteten und Geld nach Hause schickten. Die Menschen jedoch durchweg freundlich, Sprachbarrieren wurden mit Händen und Füßen beseitigt. Auch das Preisniveau für Carina ist nochmal deutlich preiswerter wie Zuhause und Kreditkarten sind International. Carina kaufte Zahnbürste und Duschgel, ein paar Strumpfhosen und etwas Unterwäsche, ein Paar zierliche Hausschuhe und ein Nachthemd. Bei Unter- und Nachtwäsche achtete sie sehr auf etwas flottere Ausführung, was von der Cousine mit leicht neidischem Blick bedacht wurde. Zwei Stunden später, Carina ging direkt ins Haus und wie erwünscht in den ersten Stock. Wechselte an der Treppe oben von ihren förmlichen halbhohen Pumps in die neuen Pantoletten mit Keilabsatz, kaum niedriger wie die Pumps. Hängte ihren Wintermantel ...
... an einen Nagel in der unverputzten Wand, welcher auch eine Nivellierschnur trug. Hörte keine Dusche rauschen, aber auch niemanden arbeiten oder reden. Aus dem Erdgeschoß plärrte ein Fernseher durchs Haus. Sie ging dorthin wo sie ein Badezimmer vermutet, öffnete vorsichtig die Türe, spähte hinein. Es war das Badezimmer. Der Boden und die Wände hell gefliest, alle Schüsseln und Becken installiert. Nur der rohe Dachstuhl lag innen noch offen und lose Pappestücke schützten den Boden. In einer Ecke auf einem Stuhl ein Stapel fadenscheiniger Handtücher. Piotr lag in in der Wanne, den Kopf dösend nach hinten gekippt, mit einem riesigen Schaumberg auf dem Bauch, das Dachfenster und die Spiegel beschlagen. "Ach Carina, du bist es! Hast du alles bekommen was du brauchst?" "Ja. Ich traf zufällig deine Cousine, sie half mir etwas beim Einkauf." Carina stellte ihre drei Tüten draussen im Flur ab. "Fein. Du kannst gleich rein hier, gib mir ein paar Minuten." "Lass dir Zeit, es eilt nicht." Carina stand einige Augenblicke nur da und überlegte, machte jedoch auch keine Anstalten sich zurückzuziehen. Im Gegenteil: Sie trat in das Badezimmer und schloss die Türe von innen. Piotr fühlte sich durch den Schaumberg weitgehend geschützt. Die Gedanken rasten in Carinas Kopf. Sie hätte so gerne gewusst woran sie bei diesem Mann wirklich war. Jedoch so schüchtern wie dieser immer ist... Wenn sie Gewissheit wollte dann müsste sie selber etwas tun. Oder besser doch nicht? Die Unsicherheit ...