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    Datum: 08.10.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: lost_of_mind

    ... gewünschten Zeitrahmen und ein eventuell mögliches Budget.
    
    Nach ersten Erkundigungen, welche für den Kunden noch Kostenfrei bleiben entscheidet der Problemlöser ob er den Auftrag annehmen wird und legt für den Kunden einen endgültigen Pauschalpreis fest, welchen er je nach Aufwand vorher kalkuliert. Ab diesem Moment gibt es eigentlich auch kein zurück mehr. Stornogebühren betragen dann 100%. In den allermeisten Fällen ist Storno nicht gewünscht.
    
    In unserem Falle bekam unser Problemlöser den Auftrag von Igor, dem Geschäftsführer einer "Kreditorganisation", welche dafür bekannt war, Geld auch bei schwierigen Sicherheiten zu verleihen zu einem etwas höheren Risikozins. Das heisst: Jene Zinsen monatlich, welche man bei einer regulären Bank jährlich bezahlen würde. Aber es zwingt einen niemand solche Angebote anzunehmen.
    
    Der anonyme "Problemlöser" kennt die Hintergründe des Auftrages erstmal nicht, nach Aktenlage deutet diesmal alles auf eine unkomplizierte "Scheidung" hin, er wundert sich lediglich über zwei Ziele. Das erhöht den Aufwand sehr beträchtlich, da zwei Biographien terminlich aufeinander abgestimmt werden müssen. Würde man das nicht zeitgleich erledigen wäre die zweite Person erstmal auf unbestimmte Zeit unerreichbar oder mit ungleich höherem Risiko belegt.
    
    Ein Problemlöser bevorzugt eine möglichst "klinische" Art der Problembeseitigung. Unpersönlich, aus der Distanz, je weiter entfernt je besser für das Restgewissen, desto niedriger das Risiko von ...
    ... Komplikationen.
    
    Kurz- oder Blankwaffen verwenden nur verzweifelte Attentäter oder Rächer, welche nichts mehr zu verlieren haben. Gift oder ein Sprengsatz sind praktisch, allerdings schwierig auf die betreffende
    
    Person zu Begrenzen und sorgen für unerwünschtes Aufsehen. Lateralschäden sind jedoch möglichst zu vermeiden. Und beide Möglichkeiten bedingen wenigstens einmal persönlich vor Ort zu Sein.
    
    Finale Sprengsätze wirbeln zudem sehr viel Staub auf, in zweierlei Bedeutung. Gerade Heute, wo die Behörden da recht nervös geworden sind hätte man sofort eine beträchtliche Meute vom Staatsschutz auf seiner Spur. Die haben ganz andere Möglichkeiten als eine gewöhnliche Mordkommission.
    
    Bleibt also vorzugsweise: Präzisionsbüchse. So würde sich für diesen Auftrag die gute altbewährte Methode des Scharfschützengewehres anbieten, im urbanen Umfeld garniert mit einem Moderator oder Supressor, volkstümlich fälschlich auch manchmal Schalldämpfer genannt.
    
    Der Laie hat davon aus irreführenden Filmchen im Kino eine völlig illusorische Vorstellung. Bei einem Schuss gibt es drei Arten von Geräuschquellen.
    
    Es gibt also einmal den Überschall-Knall ab 340 m/s des Geschosses selbst. Ein Pistolen- oder Revolvergeschoss erreicht etwa 280 bis 400 m/s, ein Büchsengeschoss zwischen 650 und 1050 m/s, je nach Kaliber, Anwendung und Geschossgewicht.
    
    Dann das Lauteste, jenen Knall, welchen die heissen treibenden Gase verursachen wenn diese unter hohem Druck auf die kalte Umgebungsluft treffen ...
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