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Kritik erwünscht
Datum: 07.01.2022, Kategorien: Sonstige, Autor: Besserwisser
Liebe Leserinnen und liebe Leser (ohne Gendersternchen!), einer der Autoren schrieb mir: "Ich habe keine Lust mehr." Damit meinte er nicht, keine Lust mehr auf Sex zu haben. Er hatte keine Lust mehr, zu schreiben. Er bekam im Durchschnitt gute Bewertungen. Er bekam auch freundliche und aufmunternde Kommentare. Aber nie oder fast nie bekam er von Lesern (generisches Maskulinum!) einen Kommentar, wenn sie nicht so einverstanden waren mit seiner Story. Er bekam Bewertungen mit acht, neun oder zehn und häufig dazu Kommentare. Dann schrieb auch einer mal dazu, warum er einen Abzug um einen oder zwei Punkte von der zehn vorgenommen hatte. Und dann hagelten ihm immer wieder Bewertungen mit sieben, sechs oder fünf in die Suppe ohne jegliche Begründung. Dabei hätte er so gerne gewusst, woran es denn gehapert hatte. Jetzt fragte er sich, warum er sich denn stunden- oder auch tagelang in seiner Freizeit hinsetzte, um Geschichten für andere Leute zu schreiben. Ich bitte alle mal, in die Vorstellungswelt dieses Autors einzutauchen. Er hat schöne Erlebnisse oder auch eigene Erfahrungen vor Augen und versucht, sie in Worte zu fassen. Er will ja auch keine anderen Personen dabei preisgeben. Er muss also die Geschichte drumherum stricken, sodass niemand Rückschlüsse ziehen kann. Er weiß, wie unterschiedlich die Erwartungen unterschiedlicher Leser sind. Er versucht alles unter einen Hut zu kriegen. Viele Leser folgen ihm gerne und attestieren das mit ihren Kommentaren und ...
... Beurteilungen. Ich weiß auch von ihm, diesem sowie anderen Autoren, es hat nie hässliche Kommentare von Co-Autoren gegeben. Kritik vielleicht ja, aber keine Schmähungen. Warum kann dann nicht ein Leser, der eine sieben, eine sechs oder ein fünf vergibt auch mal dazu einen begründeten Kommentar hinterlassen? Und selbst wenn einer eine vier oder weniger vergibt, geschieht es immer anonym. Im Western-Film nennt man sowas, "Aus der Hüfte schießen." Hauptsache ist, der andere wird getroffen. Eine Antwort oder eine Begründung ist dem Autor nicht möglich. Warum schreiben Autoren Geschichten, um jemanden zu ärgern? Wohl kaum. Sind sie es nicht Wert ein ordentliches Feed Back zu bekommen? Und wieder werden dies vermutlich nur die lesen, die wissen, wovon ich rede. Diejenigen, die es angeht, die, die aus der Hüfte schießen, die sind viel zu bequem, sich mal darüber Gedanken zu machen. Es ist ja viel einfacher, ein abwertendes Urteil zu fällen. Anderenfalls müssten sie ja auch nochmal drei zusammenhängende Worte formulieren. Jeder Autor eines Krimis oder eines Wirtschaftsromans bekommt fundierte Kritiken oder eben ein Lob, aber wenn es um Sex geht, nimmt der eine oder andere sich das Recht heraus, anonym zu pöbeln. Toll! Ich wiederhole es noch einmal. Kritik ist erwünscht ebenso wie ein Lob. Aber Kritik ohne Begründung ist wertlos. Es ist so, als ob man beim Autofahren mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt wird. Man ist im Rausch des Tempos, und dann kommen die "Spielverderber" und ...