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Meine Traumfrau + mein Alptraum = meine Alptraumfrau??
Datum: 31.03.2022, Kategorien: Sonstige, Autor: Grisu
... Garage und fuhr los. Ich liebte dieses Rad, es war zwar recht teuer gewesen aber wenn man mal einen großen Berg hinauf radeln will, ist man froh über jede Gewichtsersparnis. Normalerweise brauchte ich sonst für die ca. 25 km etwa 35 min, da ich aber erst wieder in Form kommen will und mich am Anfang auch nicht hetzen möchte, hatte ich mehr Zeit eingeplant. Außerdem liebte ich den ersten Teil des Weges, der durch den Wald führte, wo die ersten Sonnenstrahlen durch das Blätterdach brachen und die Natur erwachte. Ich liebte es, die frische Waldluft in die Lungen zu pumpen und einfach die Beine gehen zu lassen. Ich musste nur auf eventuelle Äste aufpassen, die manchmal auf dem Radweg lagen, auch konnte es passieren, dass Wild den Weg querte. Mit dem Rad war man doch eher leise unterwegs. Es hat schon was, wenn es Radwege quer durch die Natur und weitab von irgendwelchem Straßenlärm gibt. Ich kam warm aber nicht ausgepowert an unserer Wache an, machte mich kurz frisch und zog die Uniform an. In der Leitstelle wollte ich mich auf den neuesten Stand bringen, aber erst wurde ich Ziel von Spötteleien. "Na der Einsatzdienst ist dir wohl zu stressig und hast dir lieber ein ruhigen Posten gesucht." "Mal sehen ob du auch als Schreibtischtäter was taugst." Das war aber der normale Ton unter Kameraden und gehörte bei uns einfach dazu. Ich winke nur ab und fragte was es Neues gab. "Die Nacht war relativ ruhig, es waren 4 PA´s (Pressluftatmer) in Gebrauch, die ...
... ausgetauscht wurden, der Maschinist vom HTLF 2 meldete Luftverlust und ich hab ihn auch schon aus dem Rennen genommen. Der Chef ist heute den ganzen Tag auswärts aber wenn du Fragen hast, darfst du ihn ruhig anrufen und ..........wir haben noch keinen gefunden der die Brötchen für das Frühstück holt" Der Disponent beendete sein Bericht mit einem breiten Grinsen im Gesicht. "Ja gut, ich geh schon die Brötchen holen und um den Rest kümmer ich mich danach" sagte ich resignierend und lief los. "Der alte Lehmann freut sich ja immer, wenn er mich sieht." Ja, der alte Lehmann war der Bäcker, der sein Geschäft neben unserer Wache hatte und uns jeden Morgen mit frischen Brötchen versorgte. Zu mir war er immer freundlich und wollte, wenn es sich ergab, noch ein bisschen schwätzen. Zu den anderen Kameraden war er zwar freundlich aber doch eher kurz angebunden. Er erschien auch auf der Beerdigung meiner Mutter, vor ein paar Jahren. Was mich sehr überraschte da wir eigentlich keine Verwandtschaft mehr hatten und meine Mutter auch wenige Freude hatte. Ich wusste nur soviel, dass er sich von seiner Frau irgend wann getrennt hatte und noch eine Tochter hatte, die aber bei der Mutter aufwuchs und inzwischen als Anwältin in einer Großstadt eine eigene Kanzlei hatte. Er sagte auch mal, mit einem gewissen Bedauern in der Stimme, das er keinen Nachfolger für seine Bäckerei hat. Er war schon ein richtiges Original und seinen hellbraunen alten Daimler, den er hegte und pflegte, kannte jeder im ...