-
Der Schmied aus Intal Kapitel 10/11
Datum: 03.04.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... es ein Verbot für die anderen zu geben schien. Nie kam eine der vier, ohne meine oder Alias Einwilligung herein. Jetzt konnten wir tun und lassen, was wir wollten. Irgendwann bemerkte ich, dass Alia eine Art Rhythmus entwickelte, was das nicht kommen betraf. Jeden Monat zur gleichen Zeit, wenn der Vollmond am Himmel stand, war sie anders. Sie war gereizt, suchte nie meine Nähe. Als es auf diese Zeit zuging, beschloss ich die Berge zu erkunden, die sich hinter unserem Haus erhoben. Ich packte ein paar Sachen in einen Beutel, suchte mir einen Wanderstock und ging an einem wunderschönen Morgen meines Weges. Die Sonne stand am Himmel, die Vögel zwitscherten fröhlich vor sich hin und ich war guten Mutes, einen schönen Weg zu finden. Ich war es nicht gewohnt hier herumzuklettern und es ging mir schneller die Luft aus, als ich dachte. Zuerst durchwanderte ich einen kleinen Wald mir uralten Bäumen, die schon immer dort gewesen zu sein schienen. Mit steigender Höhe lichtete er sich zu einer kleinen Wiese, die sich an die dahinter aufragenden Felswände schmiegte. Hier begann der schwierige Teil des Aufstiegs. Lockeres Geröll lag überall herum und oft kam ich langsam voran, rutschte zurück. Am Berg angekommen, ging es besser als gedachte. Langsam stieg ich höher und höher, die Luft wurde dünner und das Atmen ging schwerer. Als die Sonne ihren höchsten Punkt überschritten hatte, dachte ich, dass es besser wäre, mir bereits jetzt einen Ruheplatz zu suchen, zurück wollte ich ...
... nicht. Es tat gut, alleine in der klaren Luft, mit seinen Gedanken zu sein. Ich hatte es aufgegeben was Passendes zu finden, als ich zufällig unter mir ein kleines Plateau entdeckte, was von unten nicht zu sehen war. Vorsichtig kletterte ich dort hin und war erstaunt, dass sich eine kleine Höhle anschloss. Sie war nicht tief, vielleicht zehn Schritte, und nicht hoch. Ich musste den Kopf einziehen, um nicht an die Decke zu stoßen, doch sie war trocken und windgeschützt. Ein feiner Teppich weichen Mooses wuchs auf ihrem Boden und Flechten rankten von der Decke. Vielleicht war hier nie ein Mensch gewesen, zumindest lange nicht mehr. Ich konnte mich nicht erinnern, dass einer im Dorf darüber gesprochen hätte. Der Vorsprung lag fast genau über unserem Dorf, was ich klein geworden, von hier aus betrachten konnte. Manchmal glaubte ich Menschen zu sehen, es kann Einbildung gewesen sein. Hier setzte ich mich hin, wickelte von dem Essen aus, das ich mitgenommen hatte, und sah der langsam untergehenden Sonne zu. Es war ruhig und friedlich, kein Ton drang an meine Ohren der von Menschen stammte. Nur hier, und da, ein leises Knacken in der Felswand hinter mir und das leichte Rauschen des Windes, der sein Lied auf den Felsen pfiff. Als es dunkel wurde, gingen ein paar Lichter im Dorf an und ich vermutete, dass es die Fenster der Häuser waren. Ich saß auf dem Vorsprung und erfreute mich an den Lichtern im Tal und den funkelnden Sternen am Himmel. Langsam wurde mir kalt und müde. Ich nahm ...