1. Neues Leben


    Datum: 12.05.2022, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: byKIraTom

    ... Du hattest Glück.
    
    Wieder. Du hast dich versteckt. Hast dich nicht gerührt. Die Stimmen verhallten irgendwann. Du wusstest es. Du musst in den Norden. Das hatte man sich erzählt. Auf dem Schiff. Der Norden wäre anders. Du würdest vielleicht sogar eines Tages zurück kommen. Zu deinen Verwandten.
    
    Du hast sie die ganze Zeit vermisst. Hast dich nach ihnen gesehnt.
    
    Du konntest nicht mehr weinen. Du hast gedacht alle Tränen sind bereits vergossen. Aber du warst stark. Du warst jetzt hier. In diesen Büschen und warst frei. Zuhause hattest du alle Pflanzen gekannt. Du hättest leicht überlebt. Hier war alles fremd. Alles. Die Häuser in der Hafenstadt gestern, die Menschen. Die Pflanzen. Wirklich alles.
    
    Du hattest nichts. Nur den Lendenschurz. Du hattest die Weißen gesehen. Sie waren nicht nackt. Du hattest begonnen dich zu schämen. Du hattest dieses Gefühl nur für einen kleinen Augenblick. Denn die Schmerzen, der Hunger, der Durst waren schlimmer. Du fühltest dich jetzt wie ein Tier. Vorsichtig und aufmerksam schlichst du durch das Gebüsch.
    
    Wo war Norden. Was hatte man dir beigebracht? Was war Norden? Auf dem Schiff hieß es warte auf den Morgen. Stell dich mit dem Rücken zur Sonne. Eine halbe Körperdrehung nach rechts. Da ist Norden. Aber jetzt war Nachmittag.
    
    Du suchst Wasser. Findest einen Bach. Du trinkst gierig. Du siehst Fische. Aber wie kannst du Feuer machen? Wie die Fische fangen. Du fängst einen Fisch mit bloßen Händen. Er tut dir leid. Du hast keine ...
    ... Wahl. Du drehst einen trockenen Stock in einem Stück Holz. Deine Hände sind fast blutig. Du schaffst es. Feuer.
    
    Du isst dann den Fisch, baust eine Laubhütte. Schläfst. Wachst auf. Ein heulendes Geräusch. Egal. Du schläfst weiter. Wachst auf. Die Sonne geht auf. Du findest Norden. Läufst los. Lange. Den halben Tag. Bis zum Abend. Du suchst Wasser. Kein Bach weit und breit. Kein Fisch. Kein Tier. Du folgst einer Eingebung. Gräbst im Boden. Findest Würmer. Viele. Machst Feuer.
    
    Isst die Würmer. Du findest eine kelchartige Pflanze. Trinkst das darin enthaltene Wasser. Baust dir eine Laubhütte. Schläfst. Am nächsten Morgen findest du wieder Norden. Du läufst los. Durch den Wald, durch das Gebüsch. Irgendwann siehst du in der Ferne Menschen und Häuser. Weiße. Du wartest bis zur Dunkelheit. Schleichst in den Ort.
    
    Findest einige brauchbare Dinge. Nimmst sie mit. Läufst weiter. Eine Pranke greift nach dir. Sie gehört einem Mann. Du hast ihn nicht gesehen. Du warst überrascht. Der Mann hatte einen festen Griff. Dein Handgelenk schmerzte. Du hattest keine Chance zu entkommen. Er schleifte dich hinter sich her. Sperrte dich in eine Hütte.
    
    Im Dunklen sahst du nicht viel. Aber da war so etwas wie eine Schlafstatt. Du legtest dich darauf. Es war weich. Du schliefst sofort ein. Ohne Essen. Ohne Trinken. Du warst müde.
    
    Am Morgen kam ein weißer Mann zu dir. Mit ihm kam ein weiterer. Er hatte deine Hautfarbe. Sie standen in der Hütte. Der schwarze Mann sprach zu dir. Du hast ihn ...
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