1. Nur eine Frage des Preises - Teil 1


    Datum: 26.01.2023, Kategorien: Romantisch Autor: Freudenspender

    ... aufzutreiben. Hier versorgen sich inzwischen europaweit - wenn nicht sogar weltweit - Interessenten mit Frauen, die hübsch und willig sind. Dem Risiko, ein hartes Schicksal zu erwischen, steht die Möglichkeit gegenüber, sehr viel Geld zu bekommen."
    
    "Trotzdem, ich würde das nie machen!", stelle ich klar.
    
    "Jeder Mensch hat seinen Preis", meint er trocken. Der Mann grinst mich ungeniert an. "Auch du!"
    
    "Nein, nie im Leben!", versichere ich.
    
    "Darf ich dich zum Essen einladen? Dann reden wir über deinen Preis", meint er.
    
    "Ich habe keinen Preis."
    
    "Glaube mir, auch du hast ihn."
    
    "Du hast dich noch gar nicht vorgestellt. Ich kenne dich überhaupt nicht. Warum sollte ich also mit dir Essen gehen?", sage ich vorwurfsvoll.
    
    "Oh, entschuldige vielmals! Ich bin Leonhard, meine Freunde nennen mich Leo", antwortet er. "Und wie heißt du?"
    
    "Ich bin Jenny", stelle ich mich vor.
    
    "Freut mich Jenny. Was ist mit dem Abendessen?", will er wissen.
    
    "Wo?", erkundige ich mich.
    
    "Das kannst du dir gerne aussuchen. Ich kenne ein nettes italienisches Lokal in der Innenstadt. Wenn du aber etwas mutiger bist, dann gehen wir in ein Bordell, in dem man auch hervorragend essen kann. Dann lernst du eine andere Welt kennen und kannst eine ganze Menge zu den Mädchen erfahren. Du hast die Wahl", schlägt er vor.
    
    "In einem Bordell essen?", frage ich. "Das kann ich mir nicht vorstellen."
    
    "Du hast vermutlich eine vorgefertigte Meinung von einem Bordell, vermute ich. Du glaubst, es ...
    ... sieht dort schmuddelig, abgeranzt und muffig aus. Die Mädchen sitzen an einem Tresen, sind nuttig gekleidet und warten beinahe nackt auf Kundschaft. Wenn ein Mann sie anspricht, geht man auf eines der Zimmer und legt gleich los", erklärt er. "Solche Läden gibt es, das will ich nicht abstreiten. Aber auch wohlhabende Leute suchen Zerstreuung und Vergnügen. Da braucht es allerding ein eher spezielles Angebot."
    
    "Und in so ein Bordell würdest du mich locken?", frage ich.
    
    "Unter normalen Umständen hätte ich ein ganz normales Lokal vorgeschlagen. Den Italiener zum Beispiel. Da du dich jedoch für die Mädchen und diese Welt interessierst und ich dir klar machen will, dass auch du einen Deal eingehen wirst, sobald das Angebot stimmt, bin ich der Meinung, dieses Bordell eignet sich besser. Eventuell triffst du dort auch die Kleine, welche die Kühe für die Familie kaufen will und kannst mit ihr sprechen. Du kannst auch zuschauen, wie sie in die neue Welt eingeführt wird", meint er. "Außerdem isst man dort wirklich hervorragend. Ich kann die Küche dort nur empfehlen."
    
    Ich komme mir vor, wie in einem falschen Film. Ein wildfremder Mann lädt mich zum Abendessen in ein Bordell ein, um mit mir darüber zu sprechen, ob auch ich bereit wäre, mich zu verkaufen. Das zeigt mir wieder einmal, in welch bizarre Situationen man als Reporterin geraten kann. Aber, wenn ich es mir recht überlege, so befinden wir uns bereits auf einem Bazar, wo Mädchen versteigert werden, die nackt auf der Bühne ...
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