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Das Aschenputtel
Datum: 28.06.2023, Kategorien: Sonstige, Autor: lost_of_mind
... und danach ihre Hände, bis sie zügig einstieg und mich nochmal frech angrinste. Wortlos fuhren wir nach Hause, nur einige orangene Lastwagen mit zuckenden orangen Lampen begegneten uns, die ein prasselndes Geräusch an unserem Blech erzeugten. Ich war völlig erschöpft und verschämt. Doro konzentrierte sich gewissenhaft auf die glatte Straße. Ohne zu Fragen kam sie mit in meine Wohnung, wir schleuderten unsere Pumps achtlos von den Füssen, ohne Entkleiden oder Abzuschminken fielen wir in mein Bett, Doro kuschelte sich an meinen Rücken, zog die Decke über uns und wir schliefen sofort ein. Es war wohl Mittag, als ich erwachte, mit einem seltsamen Gefühl im Unterleib, ähnlich wie Muskelkater. Doro grunzte mir unwillig ins Ohr: "Machst du Frühstück, Sonja?" Bitte gab es nicht mehr in ihrem Wortschatz? Ich rappelte mich mühsam mit steifem Oberkörper aus dem Bett, nach einem kurzen Gang auf den Topf tappste ich an den Küchenblock, nahm mir vorher im Bad aus dem Regal noch einen Slip, den ich unterwegs im Flur umständlich anzog. Das Corsett war gar nicht mehr so unbequem, es hatte über Nacht deutlich nachgegeben. Aber es war Kalt. Eine Strickjacke aus der Garderobe und ein Griff an den Thermostat des Heizkörper beseitigten das Frösteln. Im Bad begann rauschen, Doro stand unter der Dusche, erschien kurze Zeit später gut gelaunt mit tropfenden Haaren in meinem Bademantel und in Pantoffeln von mir am gedeckten Tisch. Ich konnte ihrem heiteren Blick noch nicht begegnen, die ...
... langen nassen Haare färbten den Bademantel am Rücken dunkel. Sie begann während des Essens ein unverfängliches Gespräch, wie mir der Abend und die Leute gefallen hätten, ob ich auch die drei Frauen am Nebentisch bemerkt hätte, die uns dauernd angeglotzt hatten. War also keine Einbildung nur von mir. Ob wir dort wieder mal hingehen wollen. Die Situation am Parkplatz erwähnte sie mit keiner Silbe, vermied geschickt auch nur darauf anzuspielen. Dann fragte sie mich, wie ich mich denn mit ihr fühle, wie es mir mit ihr zusammen ginge. Langsam, ob der unverfänglicheren Themen erwachte auch mein Mitteilungsbedürfnis wieder. Ich sagte ihr, dass ich noch nie so verliebt gewesen war und dass sie ein ganz besonderer Mensch für mich sei. Sie grinste nur Wissend. "Sind wir dann jetzt Zusammen, ein Paar?" Fragte mich Doro. Eilig stand ich auf, umarmte sie von Hinten. "Ich hoffe doch, Doro!" "Dann sind wir jetzt ein richtiges lesbisches Paar?" Der Ausdruck Lesbisch stieß mich noch etwas ab, statt einer Antwort drückte ich sie ganz fest und küsste sie aufs Ohr. "Darf ich dann jetzt bei dir Wohnen?" Fragte Doro weiter. Ich erschrak. Da war wieder dieses Ansinnen, diesmal ganz deutlich und unverhohlen Ausgedrückt. Ich überlegte Eilig. Eigentlich war mir das nicht Recht. Ich hatte kaum Möbel, war selber noch nicht eingerichtet. Was sollten die Nachbarn denken? Was würde ihre Mutter dazu sagen? War das gut? Zwei Frauen zusammen wohnen, die eine schon fast 40, die andere gerade mal ...