1. Weihnachten zu dritt


    Datum: 01.10.2018, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaran66

    ... zu tun hat, als ich. Er kann einfach nicht ganz loslassen. Wir wollten die Firma eigentlich verkaufen, aber Heinrich kann einfach nicht ohne. Ich habe damit eigentlich schon abgeschlossen. Der Erlös aus der Firma würde vollkommen ausreichen, damit wir sorgenfrei leben können.
    
    Heinrich wird es nicht mehr ewig machen können. Letztendlich werden wir verkaufen müssen oder jemand übernimmt die Firma. Es ist aber niemand da, dem Heinrich vertraut. Unsere Verwandten sind in seinen Augen nicht fähig genug und einem Fremden will er die Zügel nicht überlassen. Er sucht zwar nach einem fähigen Menschen aber er stellt wahrscheinlich zu hohe Ansprüche. Die jungen Wilden mag er nicht. Er hat in seinem Leben immer auf die Belegschaft geachtete, und selbst als es der Firma einmal sehr schlecht ging, hat er keinen entlassen, sogar noch drauf gezahlt. Heinrich hat was das betrifft ein gutes Herz. Er kann aber genauso gnadenlos sein, wenn etwas nicht stimmt. Da sollte man sich nicht täuschen.
    
    Keine Sache für mich. Darum habe ich mich auch immer aus dem Geschäft rausgehalten!"
    
    „Wozu arbeitest du dann noch an den Puppen, wenn du mit all dem nichts zu tun haben möchtest?", fragte Angela und sah dabei Fritz direkt in die Augen.
    
    „Hobby mit eventuellem Nutzen. Eine Idee oder Vision, die ich einfach hatte. Immerhin werde ich auch nicht jünger. Vielleicht habe ich sie aber auch gebaut, damit ich im Alter nicht alleine bin. Dazu muss ich aber früher anfangen, denn in ein paar Jahren ist es ...
    ... vielleicht zu spät. Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich nur wenige Menschen mag?"
    
    Angela wusste, was er meinte. Vereinsamung im Alter konnte schlimm sein. War aber vorprogrammiert, wenn man so wie Fritz eigentlich gerne alleine war. Aber eben nicht immer. Ab und zu brauchte man die Nähe von Menschen. Doch wenn man sich nicht um diese kümmerte, kamen keine, wenn man sie brauchte. So hatte Fritz sich einfach selber welche konstruiert, die immer da waren, wenn er sich alleine fühlte. Sicher kam das selten vor, aber wenn, dann konnte er sich helfen.
    
    „Also sind die Puppen für dich selber?", fragte Angela.
    
    „Es ist, wie mit dem Essen kochen. Ich koche eigentlich für mich selber, aber andere können gerne mitessen, wenn sie wollen!
    
    Übrigens, es ist bei uns Tradition, dass wir am Heiligabend Hasenrücken essen. Ich hoffe du magst so etwas?"
    
    „Vorher in Buttermilch eingelegt?", fragte Angela zurück.
    
    „Selbstredend!", antwortete Fritz und grinste Angela dabei verschmitzt an.
    
    Sie grinste zurück und ging ins Haupthaus zurück. Heinrich saß am Tisch und hatte wieder einen Haufen Papiere vor sich liegen. Angela sah ihn an und sagte mit einer vorwurfsvollen Stimme: „Es ist Heiligabend, soll man dann arbeiten?"
    
    Heinrich sah Angela an und meinte nur: „Es gibt Dinge, die gleich gemacht werden müssen. Sie sind einfach zu wichtig!"
    
    „Was ist denn so wichtig, dass es nicht warten kann?"
    
    „Komm her!", sagte Heinrich mit einer ernsten Stimme, die kein Widerspruch erlaubte, ...
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