1. Kapitel 4: Lea heute, keine Frau für die Modenschau


    Datum: 15.07.2024, Kategorien: Sonstige, Autor: cowriter11

    ... was sie sucht!
    
    "Jetzt konzentrier' Dich! Werde Zeuge einer Show vor zwei Wochen in Mailand. Eine Freundin war dort und hat das aufgenommen. Film ab!" Der Clip läuft, Menschengewimmel, Lärm, Musik, eine Frau verläßt eben den Laufsteg, wir sind also mitten in der Show. Das nächste Model kommt raus.
    
    Kann nicht wahr sein, was ist das? Scheinbar doch eine Frau, aber sicher bin ich mir nicht! Auf Ihren dürren Stelzen stöckelt Sie in Schuhen, die sicher vom Orthopäden gemacht wurden, Richtung Kamera. Sie ist geschminkt wie eine Wasserleiche. Mich reißt es geradezu, Lea lacht. Die nächste kommt angewackelt. Die sieht jetzt aus, wie eine Untote, die Schuhe noch extremer, sie lächelt nicht, sie starrt das Publikum böse an! Dann kommen noch zwei grantige Wasserleichen. Lea hält den Clip an. "Na, Süßer, wie gefällt es Dir bisher?"
    
    "Ich bin fassungslos, einfach fassungslos! In welcher Zeit leben wir? Wann sind die Zombies über uns gekommen, warum habe ich es nicht bemerkt? Sie lacht "Warte, da ist mehr...." Sie klickt und ein anderer Clip startet. "Das ist dieselbe Show, aber ein anderer Designer, das wird Dir jetzt aber ganz sicher gefallen!"
    
    Die erste wackelt heran. "NEIIIN!" "Doch, doch...." "Ja, war denn in Mailand gerade Karneval oder so was, die sieht doch aus wie Frankensteins Braut!" "Warte, warte ....." Die nächste hat eine Gasmaske um und ein transparentes Netzoberteil an, dazu rosa Pumphosen wie Aladdin, die aber sicherheitshalber nur bis zu Ihren Knien gehen, ...
    ... damit man auch Ihre Solettiwaden bewundern kann, dazu froschgrüne Klumpfußschühchen! Ich habe genug gesehen. Ich gucke Lea verzweifelt an. Sie stoppt den Clip, gerade als das Oberteil der Gasmaskenbraut im Bild ist.
    
    "Na, was sagst Du, schön, oder?" Ich muß kurz überdenken, was ich gerade gesehen habe, trinke mein Bier auf einen Zug aus.
    
    "Ich weiß gar nicht recht, wo ich anfangen soll. Zuerst verstehe ich schon mal das Konzept nicht!
    
    Warum, zum Beispiel, starren die so böse ins Publikum? Ich käme nie auf die Idee, meine Kunden böse anzugucken! Die sollen mich nett finden, ich will ja, daß die was von mir kaufen! Das Zombieweib soll den vertrottelten Modeheini böse anglotzen, der sie so hergerichtet und rausgeschickt hat!
    
    Und warum überhaupt werden die so extra häßlich gemacht? Es war für mich wie ein Autounfall, du willst es nicht sehen, aber wegsehen kannst du auch nicht! Die sahen für mich so schlimm aus! Ich konnte gar nicht wirklich auf die Mode achten. Die die ja eigentlich verkaufen sollen! Und warum, verdammt noch mal, läßt sich eine Frau so etwas überhaupt gefallen?
    
    Und Ihre, soll man es noch so nennen, Figuren? Keine einzige dabei mit ordentlichen Beinen! Keine hatte einen Arsch in der Hose!! Skelette!!! Selbst wenn du eine von denen patschnaß direkt aus dem Wasser ziehst, bringt die nicht mehr als 45 Kilo auf die Waage! Die sollen Spenden sammeln für Gebiete, in denen Hungersnot herrscht, aber doch nicht Werbung machen für Mode!"
    
    Und die Schuhe, diese ...
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