1. Bodensee


    Datum: 18.05.2018, Kategorien: Schwule Autor: byikarus2punkt0

    Ich hatte meinem Süßen versprochen, mit ihm und meiner Schwiegermutter zu ihrem 80sten Geburtstag an den Bodensee zu fahren. Meine Begeisterung hielt sich sehr in Grenzen, ist sie zwar ganz nett, aber zwei Stunden zum Nachmittagskaffee sind schon was anderes als eine ganze Woche am Bodensee in einer Ferienwohnung. Nun ja, ich hatte mich breit schlagen lassen. Was tut man nicht alles aus Liebe und um des lieben Friedens willen. Außerdem habe ich ihm als Gegenleistung zwei Wochen Gran Canaria im November abgerungen. Er mag das eigentlich gar nicht, denn er ist eher tragisch, sprich monogam, veranlagt. So muss er dort in den Dünen und im Jumbo Centrum genauso über seinen eigenen Schatten springen, wie ich auf der Insel Mainau, oder in Lindau.
    
    Also nichts gegen den Bodensee. Wunderschön ist dort alles, besonders im Frühling, wenn alles wächst und sprießt, aber mit Schwiegermama und als Sexsüchtiger, doch etwas gewöhnungsbedürftig. Zwei Tage war schönes Wetter, und dann, den Rest der Woche gab es Dauerregen. Schwierig, Schwiegermama bei Laune zu halten, aber das konnte ich zum Glück überwiegend auf meinen Süßen abwälzen. Allerdings gab es kaum Möglichkeiten auszuweichen. In Hagnau ist das Nachtleben mau und auf der örtlichen Klappe kann man eher inkontinente Rentner, als geile Säue antreffen. Ich weiß das, weil mich die Verzweiflung zweimal dahin verschlagen hat.
    
    Nun sind wir also am See, es regnet, ich bin geil, aber mit ihr im Nachbarzimmer krieg ich keinen hoch und ...
    ... selbst wenn ... Nee, ... es gibt Sachen, die gehen einfach nicht. Außerdem bin ich auch noch auf Nikotinentzug, weil sie nicht erfahren soll, dass ich wieder rauche. Insgesamt ist die Situation, so rein spermatisch gesehen, also eher schwierig. Bei der Besichtigung der Folterkammern der Dagobertsburg in Meersburg, bin ich so geil geworden, dass ich mich aufs Herrenklo verziehen musste um mir schnell einen runterzuholen. Ich war ganz kurz vor dem Abspritzen, als mein Süßer an die Tür klopfte und mit ungutem verheißendem Tonfall rief: „Wann kommst Du denn endlich? Das Schiff fährt gleich los. Meine Mama ist schon ganz nervös!"
    
    Und so klappte es dort mit der Erleichterung meiner Lendenpein auch nicht. Fünf Tage waren noch durchzustehen. Ich zählte heimlich die Stunden. Sie vergingen, wenn auch zäh.
    
    Schließlich war der vorletzte Tag angebrochen und wir hatten uns eine Fahrt nach Bregenz vorgenommen. Drei Stunden mit dem Ausflugsdampfer über den See, zwei Stunden Aufenthalt und dann wieder drei Stunden zurück. Regen und sogar Schneetreiben begleiteten uns über den See. Karten spielen und hoffen, dass die Zeit irgendwie verging, mehr war nicht drin.
    
    Gestern schon waren wir auf demselben Dampfer gewesen. Die gleiche Strecke, die gleiche Besatzung, der gleiche Regen, aber ne halbe Stunde weniger, nur bis Lindau.
    
    Bei diesem Wetter und weil auch noch Vorsaison war, war sehr wenig los an Bord. Die Kellner hatten nichts zu tun, hingen zwischen den einzelnen Häfen mit dem Rest der ...
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