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Karibik Dreams I
Datum: 12.01.2021, Kategorien: Insel der Scham, Autor: Anonym
... desto deutlicher wurden die Zeichen des Verfalls. Umgeworfene Tische und Stühle auf der Terrasse, Äste und verwelkte Blätter auf dem Boden, überall Papierreste, Verpackungen. Die Eingangstür hing schief in den Angeln und stand halb offen. Kein Mensch zu sehen. Was war hier bloß geschehen? Es musste schon längere Zeit her sein. Wir gingen einfach mal hinein. Eine große Empfangshalle. Viktorianischer Stil gemischt mit geschmackloser amerikanischer Coca-Cola-Architektur. Auch hier alles menschenleer. Zeichen eines Tumults, überall Scherben von Fenstern und Geschirr, von Gläsern und Vitrinen. Auf dem großen hohen Tresen der Rezeption lagen verschiedene dicke zerfledderte Bücher herum. Ich blätterte mal kurz im Gästebuch. Nichtssagende Namen, meistens Männer, ältere Herren, Manager, Playboys. Hohe Getränkerechnungen, einige offen, wie es schien. Selten Frauennamen, wenn, dann meist älteren Semesters, wenige Junge, ohne Berufsangabe, ohne Wohnadresse. Diskretion? Daniela hatte etwas Interessanteres gefunden. Das hier scheint wohl das Beschwerdebuch zu sein! Sie hatte es im letzten Drittel aufgeschlagen. Hört mal her, hier schreibt ein gewisser Jonas Heyde aus Germany: Es ist mir unverständlich, warum das Management dieser Touristeninsel es zulässt, dass sich zunehmend betagte und unansehnliche Frauen hier breitmachen. Diese sollten sich doch bei ihrem Einkommen eine separate Insel mit nackten Männern leisten können! Zumindest sollte es ihnen ...
... verboten werden, die speziellen Gesetze der Insel dazu zu missbrauchen, ihre diversen Falten hier auch noch nackt zu präsentieren. In keinem anderen Land der Erde, besonders aber nicht in Deutschland würde man so etwas dulden! Oder hier schreibt Einer: :Ich hatte ausdrücklich eine nackte Tischdame bis höchstens Zwanzig, schlank und gut proportioniert bestellt! Und was habe ich bekommen? Eine Vierundfünfzigjährige Fette mit Hängebrust, Hängebauch, Schlabberarsch und Fastglatze! Auf dem Kopf! Schweinerei! und die Hotelleitung hat geantwortet: Werter Herr Bernemann, Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass diese von Ihnen so nett beschriebene Dame ihre seit 14 Tagen überfällige Hotelrechnung freundlicherweise an Ihrer Stelle bezahlt hat Und hier, auch ganz lustig: Würden Sie bitte freundlichst den weiblichen Besuchern dieses Hotels verbieten, sich hier ständig nackt herumzutreiben, sich mit offenen Schenkeln und silikongestopften nackten Titten auf die Barhocker zu setzen? Ich kann den Anblick dieser klaffenden Mösen einfach nicht mehr ertragen! Ständig muss ich befürchten, dass mir bei plötzlicher Tiefdruckwetterlage eine dieser Gummibomben um die Ohren fliegt! Wenn ich noch einmal am Genuss meines Drinks durch fischigen Geruch oder durch einen ausgestopften Silikonbomber erschreckt werde, wende ich mich an die UNO oder ich rufe die US-Kavallerie! He, und so was gab es auch. Da schreibt ein gewisser Thomas Kapuzsky: Oh Mann! Und dafür hab ich nun mein Auto ...