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Unglaublich (1/6)
Datum: 19.02.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: La. Milu
... Zahlen ein. Mittendrin verlor ich dann den Mut und drückte die Abbruchtaste. Aber da will ich euch noch etwas erzählen, was mich immer wieder beschäftigt, nämlich, dass die Unzufriedenheit mein treuer Weggefährte ist. Ich weiß, ich kann es mir auch nicht erklären. Ihr werdet denken: "Dieser Peter ist krank!" Aufgrund des Erreichten müsste ich zu den glücklichsten oder zumindest zu den zufriedensten gehören. Meine Unzufriedenheit mit dem Leben erreichte zeitweise ein hohes Niveau. Ich wollte mich von einem Psychiater untersuchen lassen. Aus Zeitmangel und der Angst vor Wahrheit unterließ ich es. Im letzten März unternahm ich eine Art. Selbstfindung mit "Mitleben in einem Kloster". Der Gast nimmt so am Leben der Brüder teil. Diese zwei Wochen hatten mir in jeder Hinsicht gutgetan. Das Beten und die Besinnung während mehrerer Stunden am Tag hatten mir die Augen geöffnet und gezeigt, dass man das Leben nehmen soll, wie es kommt. Die Gebete und Psalmen demonstrierten eindrücklich wie viel leid möglich sind, und so gesehen sollte ich ein zufriedener Mensch sein, da ich zusätzlich bei bester Gesundheit bin. Die Frage über den Sinn des eigenen Lebens war mir immer noch ein Rätsel. Am 30. Juni 2019, es war ein Sonntag, las ich aufmerksam meine Post und trank eine Tasse Kaffee dazu. Es war nichts Interessantes dabei: die üblichen Rechnungen und die Tageszeitung vom Samstag. Die Bewerbung: Lustlos blätterte ich durch die Zeitung und las die Schlagzeilen, nichts weckte ...
... mein Interesse. Aus Neugier überflog ich die Stelleninserate und nahm folgendes Inserat wahr und murmelte es leise vor mir hin: Wissenschaftliche renommierte Firma sucht für ein interessantes Experiment einen Mann. Alter bis max. 40 Jahre. Fundierte Ausbildung mit Hochschulstudium und Interesse an Sprachen und Kulturen von Vorteil. Sehr sportlich. Ernsthafte Interessenten melden sich mit ausführlichem Lebenslauf unter Chiffre 234.30.06.2019.56. Ich las die Anzeige vorwärts und fast rückwärts und analysierte diese. Für mein Empfinden war es nicht besonders eloquent geschrieben. Viele Punkte blieben unbeantwortet, z. B. warum kommt nur ein Mann in Frage? Warum sportlich? Ich tigerte in der Wohnstube hin und her und überlegte weiter. Schlussendlich entschied ich mich, mich zu bewerben und bei positivem Entscheid einfach weiterzusehen. Ich startete meinen Laptop und überarbeitete in der nächsten Viertelstunde meinen abgesicherten Lebenslauf. Erwähnenswert ist, dass ich 3 Jahre Medizin studierte, bis ich endlich herausfand, dass dies nichts für mich war. Danach absolvierte ich erfolgreich ein Studium in Journalistik. Hochkonzentriert entwarf ich den Begleitbrief mit den notwendigen Floskeln, wie ihr Inserat hat mich sehr angesprochen und meine primäre Motivation ist etwas für die Wissenschaft zu tun. Danach ergänzte, ich wieso ich mich besonders gut eigne, obwohl ich noch nicht genau wusste, um was es ging. Und zum Schluss setzte ich die obligate Grußformel, druckte alles ...