1. Ina


    Datum: 07.03.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: bybumsfidel

    ... Hilfe sich die eintönigen Reisgerichte schnell aufpeppen lassen. Vor allem die eine gemahlene Mischung, die sich Curry nennt, wird ihnen fast aus der Hand gerissen.
    
    Ab und zu gibt Hirkani einen kleinen Kochkurs auf dem Dorfplatz. Noch seltener kommen ihre friseurtechnischen Fähigkeiten zum Einsatz. Die Mode kennt noch keine Dauerwelle und lange Haare abschneiden kann im Grunde jedes Kind.
    
    Beide sind gut drauf und treiben mit ihren Kunden jede Menge Schabernack. So gehört es zum festen Programm die Frauen nach den Befindlichkeiten ihrer Männer zu fragen:
    
    "Wenn Euer Mann nicht mehr so kann, wie er will, oder wie Du es gern hast, ich hätte da ein Mittelchen für Dich."
    
    Die eine oder andere ließ sich darauf ein, besonders wenn keine Nachbarin in der Nähe war. Ina verkaufte dann ein Fläschchen Sonnenblumenöl, nicht ohne ihrer Kundin einzuschärfen es ihrem Mann an strategisch wichtiger Stelle kräftig einzumassieren. Da sie den normalen Preis für das Öl verlangte, gingen ihre Kundinnen lachend nach Hause ohne ihr in irgendeiner Art böse zu sein. Vielmehr amüsierten sie sich über ihre eigene Dummheit.
    
    Die Kutsche rumpelt an diesem Tag gemütlich um einen Felsvorsprung. Laut singend verkünden Ina und Hirkani ihre gute Laune. Von ihren Einnahmen können sie nicht nur gut leben, die eine oder andere Rupie steckt sogar schon im Sparstrumpf.
    
    Urplötzlich kracht unmittelbar vor ihnen ein Steinschlag herunter. Haarscharf und die Gäule wären darunter begraben worden. So ...
    ... springen sie im letzten Moment zur Seite, rasen los und ziehen die Kutsche einen zum Glück flachen Abhang hinunter. Mit Mühe und Not können sich die beiden auf dem Kutschbock festhalten. Das Gefährt schwankt gefährlich hin und her bis es schließlich mitten in einem Wasserlauf zum stehen kommt.
    
    In Angstschweiß gebadet springen beide in den Bach. Ina führt die Pferde am Zügel ans Ufer. Gott sei Dank haben weder Gäule noch Kutsche Schaden genommen. Trotzdem ist an Weiterfahren erst einmal nicht zu denken. Der Schreck sitzt allen so sehr in den Gliedern, dass schon am frühen Mittag das Nachtlager aufgeschlagen wird.
    
    Am nächsten Morgen werden sie von einem erstaunten Ausruf geweckt.
    
    "Das gibt es doch nicht! Ihr zwei?"
    
    Ina schlägt die Augen auf und sieht Ajith vor sich stehen.
    
    "Ajith! Was machst Du denn hier?"
    
    "Oooch, ich wollte nur mal gucken ... und mich waschen. Hier ist schließlich mein Badeplatz!"
    
    Wenn das stimmen würde, hätte Ajith jeden Tag Prügel einstecken müssen.
    
    Die Kutsche steht ausgerechnet unter 'seinem' Baum mit 'seinem' Pfeffersack. Heute ist kein Waschtag und Ajith sieht fast jede Woche vor der Arbeit nach dem rechten.
    
    "Schön, gewaschen haben wir uns auch noch nicht. Komm Hirkani, auf ins Wasser", ist Ina sofort unternehmungslustig.
    
    "Hirkani? Ich denke Du heißt Kaminu?" Ajith bemerkt den Versprecher sofort.
    
    "Ja, also, das ist so... ", beginnt Hirkani, wird aber von Ina unterbrochen.
    
    "Ich glaube, wir sollten ihm die Wahrheit sagen, ...
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