1. Ina


    Datum: 07.03.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: bybumsfidel

    ... Kiebitzen teil. Hirkani ist überhaupt nicht wohl in ihrer Haut. Sie hat das Gefühl hier heute Abend zur Belustigung aller vorgeführt zu werden und hofft zu den beiden Mädchen zu gehören, die heute keinen abkriegen werden.
    
    Die Männer und Jungs stehen an einer Seite des Feldes, die Frauen und Mädchen an der anderen. Im Schutz der Dunkelheit entkleiden sich die Mädchen und geben ihre Klamotten ihren Müttern. Shukrah nimmt die Sachen Hirkanis an sich.
    
    "Keine Angst, bei der Figur wirst Du sicher den Richtigen finden", tröstet sie sie.
    
    "Aber ich will doch gar nicht! Der, der mir gefallen würde, ist leider nicht hier!", träumt Hirkani insgeheim von Ganesh.
    
    Dann verschwinden sie im Feld, wo sie sich gegenseitig mit Schlamm einreiben. Eine halbe Stunde später folgen die Jungs, mit Fackeln bewaffnet und suchen das Feld ab. Die abgesprochene Taktik ist schnell über den Haufen geworfen, Konkurrenzdenken beherrscht die Köpfe der Hormongesteuerten. Platsch, fällt der erste in den Schlamm, seine Fackel erlischt und bald ist die ganze Horde über und über mit Dreck bedeckt.
    
    Vom Waldrand aus beobachten zwei dunkle Augen das Treiben im Reisfeld, die nicht zu den Feiernden gehören. Als der heimliche Zuschauer meint, Hirkani ausfindig gemacht zu haben, folgt er ihr in die Dunkelheit.
    
    Hirkani hält sich an die Zwillingsschwestern und läuft mit ihnen zusammen ins Feld, wo sie sich gegenseitig unter großen Gekicher die Rückfronten einreiben bis sie sich trennen, um jede sich ...
    ... ihr eigenes Versteck zu suchen. Während die Zwillingsschwestern sich nur notdürftig verstecken, schließlich wollen sie ja möglichst schnell gefunden werden, legt Hirkani wert auf einen Standort möglichst weit abseits vom Geschehen. Wie eine Schlange hat sie sich Richtung Waldrand davon geschlichen, genau in Richtung des Jägers. Von dort beobachtet sie die Fackeln, die sich zum Glück nicht in ihre Richtung bewegen.
    
    "Psst." Erschreckt zuckt sie zusammen. Was war das? "Psst." Seitlich von ihr ein Rascheln. In Panik will sie aufspringen und schreien. Zwei starke Arme umklammern sie. Eine Hand presst sich auf ihren Mund und unterdrückt den Schrei.
    
    "Psst, Hirkani, ich bin es, Ganesh."
    
    Mühsam entspannt sich Hirkani. Sie hat Angst, sich in die Hose gemacht zu haben, aber nach kurzer Prüfung stellt sie erleichtert fest, das es noch einmal gut gegangen ist.
    
    "Was machst Du denn hier? Ich denke Du bist weit im Norden!", flucht sie leise.
    
    "Ich hab Euch beobachtet. Ihr beide seid in großer Gefahr! Man trachtet Euch nach dem Leben!"
    
    "Jetzt spinn mal nicht rum und erzähl keinen Scheiß! Wer soll uns denn umbringen wollen? Niemand weiß, wer wir sind." Ups, selbst verraten!
    
    "So wie ich Euch erkannt habe gibt es da noch jemanden, und der ist Euch nicht so wohlgesonnen. Doch dazu später. Ich wollte Euch nur warnen. Wir sehen uns auf der Hochzeit."
    
    "Aber wer? Warum sagst Du es mir nicht gleich? Erklär's mir!" Doch Hirkanis Worte gehen ins Leere. Niemand ist mehr in ihrer ...
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