1. Ina


    Datum: 07.03.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: bybumsfidel

    ... Nähe.
    
    Ein lauter Pfiff kündigt das Ende der Veranstaltung an. Die Beteiligten kehren zum Ausgangspunkt zurück, wo die Jungs stolz ihre Beute präsentieren. Außer Hirkani wurde eine der Zwillingsschwestern nicht gefunden, die heulend von ihrer Mutter getröstet werden muss.
    
    Die Jungs freuen sich schon auf den zweiten Teil der Aktion, die bei den Mädchen gemischte Gefühle auslöst. Unter Aufsicht der Mütter werden die Mädchen von den Jungs und die Jungs von den Mädchen wieder vom gröbsten Dreck gereinigt, was einer sehr unangenehm ist. Sie will mit ihrem Jäger auf keinen Fall etwas zu tun haben. Die anderen lassen sich gerne von ihren Freiern bewundern und die Mütter haben alle Hände voll zu tun, unsittliche Berührungen zu unterbinden. Was natürlich nicht gelingt und auch nicht immer gelingen soll. So manche Mutter hat sich schon gefragt, ob der junge Mann nicht sogar der Richtige für ihre Tochter ist und ob sie nicht besser versehentlich woanders hinschauen soll. So ein kleiner Test kann ja nicht schaden.
    
    Im Dorf fließt inzwischen der Alkohol in Form von Bier und Reisschnaps in Strömen. Erste Bänke sind mitsamt ihrer Besitzer umgekippt, aber zum Glück hat sich noch niemand ernsthaft den Schädel angeschlagen. Ein Onkel Shukrahs lehnt am Futtertrog und lässt sich sein Essen noch mal durch den Kopf gehen.
    
    Die Sitte erfordert es, dass Brautvater und Mutter des Bräutigams sowie Brautmutter und der Vater des Bräutigams zusammen das Tanzbein schwingen. Angeblich soll ...
    ... dieser Tanz klären, ob beide Familien wirklich zusammen passen, sozusagen die letzte Gelegenheit etwaige Familienzwiste aus dem Weg zu räumen. Aus gutem Grunde ist das Waffentragen auf Hochzeitsfeiern verboten worden.
    
    Ajiths Vater Faris nutzt die Gelegenheit seine alten Liebe Nehayat - Nanditas Mutter - nach langer Zeit mal wieder anzubaggern.
    
    "Du bist immer noch die schönste Frau in meinem Leben. Warum hast Du damals nur Said geheiratet?" Sülz.
    
    "Das weißt Du ganz genau", wird er zurechtgewiesen. "Nicht ich habe mir Said ausgesucht. Das war eine Vereinbarung unserer Eltern, nachdem Du Dich in Shukrah verguckt hast. Und ganz nebenbei Faris: Ich bin mit Said genauso glücklich geworden wie Du mit Shukrah. Also lass mich mit den alten Geschichten in Ruhe!"
    
    Nehayat ist zu ihrem Selbstschutz gröber als beabsichtigt. Sie hatte sich damals nicht zwischen Faris und Said entscheiden können, so dass Faris Vater die Wahl 'beschleunigt' hat. Er verheiratete seinen Sohn einfach mit Shukrah und damit war er für Nehayat aus dem Rennen.
    
    Das Gespräch dreht sich dennoch den ganzen Abend um alte Zeiten, um Glück und Liebe und irgendwann spricht Nehayat im Spaß einen Punkt an, der Faris schon lange ärgert:
    
    "Wärst Du nicht unser Nachbar, dann hättest Du als Gast bei uns übernachten können und ich wäre schon längst als Gastgeschenk bei Dir gelegen."
    
    "Hättest Du das denn gewollt?", fragt Faris hoffnungsvoll, doch Nehayat zuckt nur vielsagend mit den Schultern.
    
    "Ich könnte mit ...
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