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Das Bangkok Syndikat 06
Datum: 30.03.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
Siebter Tag, morgens, Bangkok Das Haus Doktor Katanaas hatte sich als komplexer Bau erwiesen, üppig dimensioniert, hinsichtlich Einrichtung aber eher funktionell und bescheiden gehalten. Alles hatte seinen Platz, seinen Zweck und seine Ordnung und vermittelte dadurch etwas über den Charakter des Hausherrn. Schon früh am Morgen war Uaan wachgeworden. Nach einem langen Blick auf den neben ihr schlafenden Deutschen war sie aufgestanden, hatte sich leise aus dem Zimmer gestohlen und in den Garten des Anwesens begeben, den sie nun voller Neugier inspizierte. Sie erfreute sich an den vielen, verschiedenen Bepflanzungen und dem großen Teich, bewunderte die Menschen, die solches zu schaffen in der Lage waren. Selten hatte die junge Thailänderin so etwas Schönes gesehen. Fröhlich schlenderte sie die kleinen, schmalen Kieswege entlang, roch an Blüten und ließ ihre Hand durch das Wasser des Teichs fahren, in dem bunte Fische schwammen. „Was machst du da?", hörte sie eine wütende Stimme rufen. „Komm sofort wieder rein! Hörst du nicht?" Die junge Thai blickte erstaunt auf. Es dauerte einen Moment, bis sie registriert hatte, dass diese Worte an sie gerichtet waren. „Was wolltest du hier draußen?" Uaan sah überrascht auf, als Doktor Katanaa ihr auch schon entgegeneilte. Er griff verhältnismäßig grob nach ihrem rechten Oberarm und zerrte sie zurück ins Haus. „Du lässt deinen Kunden nicht aus den Augen! Hörst du? Du passt rund um die Uhr auf ihn auf!" Die junge ...
... Thailänderin blickte den Mann verständnislos an. „Was haben sie mit den beiden vor?" Der Jurist hielt sie mit eisernem Griff an beiden Oberarmen, schüttelte ihren Oberkörper heftig und hätte sie am liebsten geschlagen. „Du gehorchst einfach! Hast du die Männer gestern nicht gesehen? Denk an deine Familie und tue, was man dir sagt! Ich will keinen Ärger bekommen und du ganz sicher auch nicht!" Uaan nickte hastig. „Geh zu den Deutschen! Kümmere dich um sie! Lass die beiden nicht mehr aus den Augen!" Die Thailänderin nickte hastig und schlich sich wieder ins Gästezimmer zurück. Tom war zwischenzeitlich aufgewacht und lächelte ihr gut gelaunt zu. „Morgen, Bienchen! Hast du gut geschlafen?" Uaan nickte, rang sich ein Lächeln ab und setzte sich zu ihm aufs Bett. Sie spürte seine Hand über ihre Haut streichen. Das half ihr, sich zu beruhigen. „Bedrückt dich etwas?" Sie schüttelte hastig ihren Kopf. „Nein! Nein! Ich habe nur Kopfschmerzen." Tom zeigte sich verständnisvoll, stieg aus dem Bett und ging ins Bad, um seinen Toilettenbeutel zu holen. „Hier! Ich hab etwas dabei. Das sollte schnell wirken." Er reichte ihr die Tablette und ein Glas Wasser. „Scheiße, dabei wollten wir uns doch die Stadt ansehen. Sollen wir lieber hierbleiben?" Uaan schüttelte den Kopf, eine Träne rollte über ihre rechte Wange. „Ist es denn so schlimm?" Die Thai bejahte, umarmte ihren Freund und bat ihn, sich gemeinsam nochmals hinzulegen. Zwei Stunden ...