1. Mi-Ma-Meike


    Datum: 08.04.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: byEirischYB

    ... wieder zu sehen ... dich bei mir zu wissen."
    
    „Wann denn?"
    
    „Wie wäre es mit morgen um neun?"
    
    Oh, nein!
    
    Schweigend glotze ich unser recht neues grünes Telefon an. Es steht auf einem passenden flachen grünen Kästchen aus Plastik für Adressen und Telefonnummern. Wenn man gegen die Klappe drückt, springt eine Lade heraus.
    
    „Ich würde mich so freuen, Rory!"
    
    Mit dem Daumen spiele ich an der Klappe herum, lasse sie immer wieder ein Stückchen aufspringen, um sie dann gleich wieder zu schließen.
    
    „Rory?"
    
    Man kann sich gar nicht vorstellen, wie schwer mir das leise „okay" fällt.
    
    „Oh, Rory, da freue ich mich sehr. Wirklich! Am besten, wir treffen uns an dem Seiteneingang der Kirche. Kennst du den noch?"
    
    Am besten treffen? Was brabbelt die denn da? Machen die beim Gottesdienst nicht die große Haupttür auf?
    
    „Ne."
    
    „Wir sind dort schon mal beim Unterricht reingegangen", erklärt sie.
    
    „Hm?"
    
    „Warte mal! Es kann auch sein, dass du an diesem Tag ... krank warst." Sie lacht leise.
    
    Ich schweige.
    
    „Das macht auch nichts", erzählt Frau Schneider weiter. „Du gehst einfach von vorne aus gesehen links an der Kirche entlang und kurz vor der Rückseite ist eine Holztür. Dort treffen wir uns."
    
    Schweigen.
    
    „Rory?"
    
    „Ja."
    
    „Dort treffen wir uns."
    
    „Hm."
    
    „Wunderbar." Sie keucht leise. „Ich freue mich so auf dich."
    
    Ja, ja, weiß ich mittlerweile!
    
    „Dann bis morgen, Rory ... tschüss."
    
    „Tschüss."
    
    Endlich aufgelegt!
    
    So ein verdammter ...
    ... Mist!
    
    „Na, was war?" will meine Mutter wissen und steckt ihren Kopf in den Flur.
    
    „Nichts."
    
    „Was wollte Frau Schneider?"
    
    „Ich soll zum Gottesdienst in die Kirche kommen", erzähle ich mit finsterer Miene.
    
    „Oh, schön."
    
    Von wegen, schön!
    
    Ich hebe den Hörer wieder ab. Witta Pohl und alle alten Frauen sind vergessen.
    
    „Geh mal, ich will telefonieren", verlange ich von meiner Mutter.
    
    „Ich muss sowieso weg ... zu Heike", erzählt sie und wuselt im Flur herum, sucht passende Schuhe.
    
    Mit dem Hörer in der Hand warte ich und wähle noch nicht.
    
    „Willst du nicht jemanden anrufen?" fragt sie neugierig.
    
    „Sieht das so aus?"
    
    Sie lacht. „Wen rufst du denn an?"
    
    „Carsten."
    
    Mit scheelem Blick schaue ich zu ihr, wie sie sich fertig macht. Sie bückt sich runter und ihr großer Po drückt sich nach hinten. Verdammt! Sofort drehe ich meinen Kopf zum Telefon, schiele dann aber wieder mit den Augen auf ihren Hintern.
    
    Sie geht.
    
    Mit dem Zeigefinger ziehe ich die Wählscheibe des Telefons.
    
    „Hallo?" meldet sich eine Frauenstimme.
    
    „Äh, hallo, wer issen da?"
    
    „Wer ist denn da?"
    
    Hä? Die soll mal ihren Namen sagen!
    
    Ich lege wieder auf.
    
    Noch mal wählen.
    
    „Hallo?" Dieselbe Stimme.
    
    Sehr irritierend!
    
    „Ja, hallo, ähm, ist dort Müller?"
    
    „Ja", antwortet die Stimme, „und wer ist dort?"
    
    „Ich." Ist das Meikes Mutter?
    
    „Bist du das, Rory?"
    
    „Ja."
    
    „Oh, schön mal wieder von dir zu hören. Hier ist Birgit."
    
    Birgit?
    
    „Ähm ...", stammele ...
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