1. London Calling 07


    Datum: 18.04.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: byplusquamperfekt

    ... nicht soviel zu tun gehabt.
    
    „Erfreut dich kennenzulernen. Mir hat natürlich keiner was gesagt, aber das ist hier ja immer so. Du übernimmst für Stefanie, ja?"
    
    Ich wollte die ganze Geschichte nur irgendwie hinter mich bringen.
    
    „Nicht nur für sie. Kommst du bitte mit in Christines Büro?"
    
    Er hatte einen schleppenden Gang und hängende Schultern. Ob er ahnte, was jetzt folgen würde? Wir setzten uns, ich setzte mich auf Christines Stuhl. Er betrachtete dies mit gekrauster Stirn.
    
    „Sag nicht, dass du mich entlassen willst."
    
    „Mit Wollen hat das nichts zu tun. Es wurde mir aufgetragen, das zu tun."
    
    „Das glaub ich doch gar nicht ... diese dumme kleine Fotze ... was für ein Drecksstück. Ich hab's doch gewusst."
    
    Ich hörte mir an, wie er über Christine und Andrea herzog. Es berührte mich nicht. Er gab mir noch den Tipp, mich aus der Firma abzusetzen, bevor sie zusammenbrach.
    
    „Du glaubst, das wird zwangsläufig passieren?"
    
    „Schau dir mal meinen Zahlungsplan für unsere Hersteller an. Dann wirst du verstehen, was ich meine."
    
    Am Ende des Gesprächs hatte er sich abgeregt und verschwand, mit schleppendem Gang und jetzt noch tiefer hängenden Schultern. Ich weiß noch, dass ich dachte, er wäre eh nicht aus dem Material geschnitzt, das die Firma brauchte.
    
    Nach zwei Wochen, die ich hauptsächlich damit verbrachte herauszufinden, welche Aufträge, die wir bereits bezahlt hatten, nicht hereingekommen waren, bekam ich auch erste Einblicke in das Ausmaß der Katastrophe. ...
    ... Wir hatten mehr als fünfzig Prozent unserer Lieferanten seit einem halben Jahr nicht mehr bezahlt. Ich fragte Christine, ob ich mir den Zahlungsplan von Thomson noch einmal vornehmen sollte.
    
    „Lass es. Der ist eh Makulatur. Die Summe, die ihm als zur Verfügung stehend genannt wurde, ist reine Fiktion."
    
    „Wenn du mir eine realistischere Zahl nennst, kann ich das Teil entsprechend anpassen."
    
    Sie grinste bitter.
    
    „Realistisch? Okay. Null. Nada. Zilch."
    
    „Und warum habt ihr ihn dann daran arbeiten lassen?"
    
    „Damit er beschäftigt war und uns nicht auf den Keks ging. Tom, die Firma ist eigentlich nicht mehr zu retten. Es sei denn, wir finden wirklich den Investor, nachdem Andrea händeringend sucht. Sie ist in Gesprächen mit ein paar Amis."
    
    „Und was soll ich jetzt machen?"
    
    „Nimm dir Lisa und geht durch, was sich am besten verkauft und bettel die entsprechenden Hersteller an, dass sie uns davon noch was schicken. Lüg einfach das Blaue vom Himmel runter, wo es geht, wo es nicht geht, bettel die Finanzabteilung an, dass wir ihnen zumindest ein paar Pfund schicken, damit sie beruhigt sind."
    
    Lisa war unsere Prognostikerin. Sie war die einzige Amerikanerin in der Firma, zwei Jahre jünger als ich, etwas stabiler gebaut, aber nicht im Sinne von fett, sondern mehr mit etwas dickeren Waden und Schenkeln, die sie in ihren weiten Kleidern doch oft genug präsentierte. Sie hatte nichtsdestotrotz eine unglaubliche erotische Ausstrahlung. Trotz meines Vorsatzes, mich nicht mehr ...
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