-
Meine Geschichte
Datum: 30.04.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaran66
... des vorigen Gesichtsausdrucks trat jetzt ein anderer in ihr Gesicht. Etwas von Neugierde kam hervor und sie wackelte noch stärker mit ihren Beinen vor und zurück. „Was machen sie da eigentlich? Sie sitzen jetzt schon den dritten Tag hier und starren auf das Gerät auf ihren Beinen. Sie sollten lieber die Natur anschauen, als auf den Monitor. Ist doch nicht einmal halb so interessant!" Eine etwas seltsame Ansicht für eine junge Frau. Die meisten ihrer Artgenossen liefen schließlich gebeugt in der Gegend herum, hielten vorzugsweise die rechte Hand hoch und starrten auf ihr Smartphone. Mich hatte es schon oft gewundert, dass sie nicht laufend irgendwelche Schrammen oder Beulen im Gesicht hatten. Wer immer nur auf die Geräte starrte, musste unweigerlich gegen etwas laufen. Vorzugsweise Laternenpfähle oder Ähnliches. Wenn sie nicht auf die Dinger schauten, dann hatten sie zumindest Stöpsel im Ohr und hörten nichts mehr. Schon oft hatte ich mich gefragt, warum diesen Menschen nicht das Gehen verboten wurde, besonders wenn sie gleichzeitig beide Tätigkeiten ausführten. Blind und taub gleichzeitig war keine Kombination, die im öffentlichen Straßenverkehr von Vorteil war. „Ich würde ja lieber die Natur beobachten!", meinte ich zu ihr: „Leider habe ich da wenig Zeit für. Ich schreibe gerade einen Roman, der fertig werden muss. Da hier draußen die Luft besser ist, bin ich hier her gegangen, um es mir angenehmer zu machen. Außerdem inspiriert mich die Umgebung, baue einiges ...
... davon mit in die Handlung ein!" „Hmmmmm!", machte sie und sah mich interessiert an. „Komme ich auch drin vor?" „Eigentlich nicht. Eher die Umgebung. Die Bäume, die Wiese da hinten und die anderen Sinneseindrücke die ich hier erlebe. Der Geruch der Erde, das Rauschen des Windes in den Bäumen, die anderen Laute im Hintergrund. Das baue ich mit ein!" „Schade!", meinte sie und man konnte anhand des Untertons erkennen, dass sie etwas enttäusche, war. „Möchtest du denn gerne in dem Roman vorkommen?", fragte ich sie, obwohl ich nicht einmal wusste, wo ich sie einbauen könnte. Ihr Gesicht hellte sich sofort auf und ein feines Lächeln zog ihre Mundwinkel nach oben. „Das wäre schön. Andere Leute kommen in die Zeitung, ich in ein Buch. Das können sicher nur wenige von sich behaupten. Darf ich dabei zuschauen?" Sofort überschlugen sich meine Gedanken und ich überlegte blitzschnell, wie ich sie mit in die Story einbauen konnte. Es fiel mir nicht viel dazu ein, aber es würde gehen. Also nickte ich und sie rutschte näher an mich heran, saß wenige Augenblicke später direkt neben mir und starrte auf den Bildschirm. Ich habe schon oft woanders geschrieben, aber noch niemals hatte jemand dabei mit zugesehen. Einen Situation, die ich nicht kannte und eigentlich auch nicht mochte. Es machte mich nervös, was man schon daran erkennen konnte, dass ich mich die nächsten Sätze mehrfach verschrieb. Immer wieder musste ich etwa löschen oder korrigieren. Doch je länger sie neben mir ...