1. Seniorenresidenz Waldesruh 2v4


    Datum: 24.06.2021, Kategorien: Betagt, Autor: bynachtaktiv

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    Vorwort _ Es ist an der Zeit, meinen Nachlaß zu ordnen. Aus den verschiedensten Gründen standen meine Geschichten auf unterschiedlichen Seiten mit wechselnden Pseudonymen. Nun möchte ich die Arbeit von Jahren bündeln. Eine Nachbearbeitung findet nur rudimentär statt.
    
    Alle Personen in dieser Geschichte sind über 18 Jahre alt.
    
    Erstveröffentlichung 2007
    
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    Kapitel 7
    
    Nach dem Abendessen im residenzeigenen Restaurant hatten es die drei Bewohner des Westflügels plötzlich sehr eilig in ihr Haus zurückzukommen. Da sie aber in der Vorhalle des Restaurants die Gruppe der bridgespielenden Damen vermuteten, die dort auf männliche Spielpartner lauerten, schlichen sie sich durch die Tür zum Küchenbereich hinaus. Begleitet von den neugierigen Blicken von Köchen, Hilfsköchen, Kellnerinnen und sonstigem Personal durchquerten sie die Küche und betraten dann den Gang, der sie zum Personaleingang führte. An der frischen Luft blieben sie für einen Moment stehen und nickten sich gegenseitig anerkennend zu. Dann durchquerten sie den Park, der um diese Uhrzeit nur noch von vereinzelten Laternen beleuchtet wurde, bis sie vor der Haustür des Westflügels standen und Peter nach seinem Schlüssel suchte.
    
    Eine halbe Stunde später hatten sich die Drei im Gemeinschaftsraum versammelt. Ihre Anzüge hingen in den jeweiligen Kleiderschränken und für den Rest des Abends waren sie in etwas Bequemeres geschlüpft. Hubert hatte eine Flasche Wein entkorkt und war gerade dabei die Gläser zu ...
    ... füllen, als die ersten blauen Rauchkringel zur Zimmerdecke stiegen.
    
    "Rauchen schadet der Gesundheit!", sagte Hubert beiläufig und betrachtete dabei intensiv das Flaschenetikett.
    
    "Ja, ja", meckerte Werner sofort los. "Aber das Alter, das schadet der Gesundheit noch viel mehr!"
    
    "Na, wenn das so ist", fiel Hubert in das Lachen der Anderen mit ein, "dann nehme ich mir auch mal eine."
    
    Peter grinste still in sich hinein, denn so, oder in leicht abgewandelter Form, wurde jeden Tag aufs Neue der gemütliche Abend im Westflügel eingeleitet.
    
    Eine Weile genossen die Rentner die Ruhe, nahmen ab und zu einen Schluck und pafften dabei um die Wette. Dann hielt es Werner nicht mehr aus und er fragte in die Runde: "Und? Was haltet ihr von der Neuen?"
    
    "Die ist scharf wie eine Rasierklinge!", sagte Hubert und nickte dabei andächtig.
    
    "Stimmt!", bestätigte Werner. "Habt ihr den Arsch von der Kleinen gesehen? Den würde ich auch nicht von der Bettkante schupsen!"
    
    "Und ich könnte schwören, daß sie, als sie ging, keine Unterwäsche mehr getragen hat. Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen!", sagte Hubert und zeigte mit gespreiztem Zeige- und Mittelfinger auf seine Augen.
    
    "Da war wohl eher der Wunsch Vater des Gedanken", lästerte Werner.
    
    "Du sagst ja gar nichts, Peter", sagte Hubert, nachdem er einen Schluck Wein genommen hatte. "Sag doch auch mal was!"
    
    "Stimmt!", antwortete Peter, während er sein schmerzendes Knie massierte.
    
    Hubert zog leicht die Augenbrauen ...
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