1. Gaby


    Datum: 09.08.2021, Kategorien: Betagt, Autor: byalsace

    ... doch eine Firma, die macht das Haus blitzblank. Riet er.
    
    Ja... darauf wird es wohl rauslaufen sinnierte ich.
    
    Das schöne Geld! (Da schlug wieder mein Geiz durch) Aber es hilft ja nichts!
    
    Weißt du was? Ich habe da eine Idee! Meldete sich da Willi wieder. Ganz in deiner Nachbarschaft, die Frau Gaby Sch., die geht doch Putzen, frag die doch mal?
    
    Ja grundsätzlich wirklich eine gute Idee .... Ich konnte Gaby eigentlich gut leiden. Sie war in die gleiche Schule wie ich gegangen, zwei, drei Klassen unter mir. Wir waren auch im gleichen Dorf aufgewachsen und sie wohnte in ihrem Elternhaus in der gleichen Straße wie wir. Sie wäre eigentlich Ideal, aber ihr Mann!
    
    Der würde zwar nicht bei uns putzen aber...
    
    Bruno Sch.! Den kannte ich auch schon Ewigkeiten, wie gesagt, ich kannte ihn... nicht dass ich ihn mochte.
    
    (Die nächsten Bemerkungen sollen nicht in ähnlicher Weise betroffenen Personen generell verunglimpfen. Ich weiß sehr wohl, dass nicht jeder selbst daran schuld ist wenn er z.B. langzeitarbeitslos und auf staatl. Hilfe angewiesen ist. Nun -- von Bruno -- da weiß ich es aber, er ist selbst daran schuld.)
    
    Bruno: Wie schon gesagt -- ich kann ihn nicht leiden. Wie soll man ihn beschreiben?
    
    Vielleicht mit einem Sprichwort, das meine Mutter immer zum Besten gab:
    
    Dumm, faul und stolz .. das wächst auf einem Holz.
    
    Ja! Bruno ist 3 Jahre älter als ich.Er war mit mir in der 7. Klasse. Ich habe ihn dort quasi eingeholt. Er beendete die Schule auch mit der 7. ...
    ... Klasse der Georg- Kiesinger - Hauptschule, während ich von dort aus auf die Realschule ging.
    
    Er fetzte im Anschluss 2 „Lehrstellen", was in unserer Gegend und in den Siebzigern schon eine Kunst war.
    
    Danach ging er als Hilfsarbeiter für alles Mögliche auf einen Nato-Flugplatz in unserer Nähe.
    
    Es fiel in diese Zeit, in der er unser Nachbarsmädchen Gaby, die sich in eine etwas abenteuerlustige, leichtsinnige, dabei aber ganz ansehnliche junge Dame verwandelt hatte, auf den üblichen Dorffesten anmachte und abschleppte.
    
    Gaby war für diesen großspurigen und vor allem wenn er angetrunken war, recht draufgängerischen Typen, ein leichtes Opfer.... Und Bruno war eigentlich immer angetrunken.
    
    Jedenfalls sah man sie damals fast nur noch zusammen, meistens auch zusammen blau, auf den diversen Tanzfesten.
    
    Es kam wie es kommen musste...
    
    Gaby wurde schwanger und.... Deshalb - es war damals zumindest bei uns gar nicht anders möglich, die beiden „mussten" heirateten.
    
    Ganz schnell kam auch schon der zweite Nachwuchs. Da weder Gaby noch Bruno eine abgeschlossene Berufsausbildung hatten und das Einkommen entsprechend mau, krochen sie bei Gabys Eltern unter und wohnten im elterlichen Haus, in dem sie auch jetzt, nach dem Tod ihrer Eltern , immer noch wohnen.
    
    Kurz nachdem sie damals in dem Haus eingezogen waren fuhr Bruno wieder einmal spät von der Arbeit nach Hause. Aufgrund eines ausgedehnten Dämmerschoppens mit seinen Arbeitskollegen hatte er einen recht ansehnlichen ...
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