1. Die Insel


    Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran

    ... Bogen, strebte dann aber dem Boden entgegen und zumindest sein erster Schub, klatschte zwischen Araras Beinen auf die Erde. Der Rest flog weniger weit und versickerte dann im Lehmboden.
    
    Schwer atmend stand er da und betrachtete Arara weiter, die sich nur langsam erholte. Dann stieg er von dem Podest, griff sich seinen Schurz, schnürte ihn sich schnell um und verließ die Hütte, bevor Arara wirklich aus ihrer Ekstase erwacht war.
    
    Draußen angekommen atmete er erst einmal tief durch. Konnte sich aber ein Grinsen nicht verkneifen. Immerhin war das Dach noch nicht fertig, soweit war er nicht mehr gekommen. Er fragte sich, ob sie ihn noch einmal rufen würde. Das versprach noch spannend zu werden.
    
    Am nächsten Tag war Kayun schon früh auf den Beinen. Er hatte sich vorgenommen, einmal etwas über die Insel zu streifen. Es würde sichern nicht viel zu sehen geben, aber er brauchte ab und zu einmal ein wenig Einsamkeit. Menschen gingen ihm manchmal auf die Nerven und er musste einfach weg. Also schnürte er ein Päckchen und begab sich auf eine weite Wanderung, soweit die Insel es zuließ.
    
    Zuerst wusste er nicht, wohin er gehen sollte, aber seine Beine lenkten ihn in eine bestimmte Richtung, ohne darüber nachgedacht zu haben. Ein paar Stunden später war er an der schmalsten Stelle, die die beiden Inseln voneinander trennten. Hier ließ er sich nieder und begann etwas von seinem mitgebrachten Essen schmecken, dazu ein paar Schlucke aus dem Wasserschlauch und er war wieder ...
    ... erfrischt. Als er damit fertig war, wollte er gerade aufstehen, als er eine Bewegung am anderen Ufer ausmachte. Er blieb, wo er war und beobachtete, was sich dort abspielte.
    
    Zwei junge Männer standen am anderen Ufer und sahen hinüber. Kayun kannte sie natürlich, so groß war ihre Gemeinschaft ja nicht, aber sie gehörten nicht zu seinem direkten Freundeskreis.
    
    Auf irgendwas schienen die beiden zu warten, denn sie standen nur da und schauten ins Wasser. Dann warf einer etwas hinein. Daraufhin kam Bewegung in die beiden, oder besser gesagt nur einen, denn der ging auf einmal ins Wasser und begann zu schwimmen. Mit kraftvollen Schwimmbewegungen durchpflügte er das Wasser und kam der Stelle immer näher, auf der Kayun saß. Doch dann schrie der andere etwas was Kayun nicht verstehen konnte. Daraufhin hörte der andere auf zu schwimmen und sah sich panisch um. Warum konnte Kayun nicht sagen, aber ahnen.
    
    Gespannt sah er weiter von einem zum anderen. Wobei der von den einen nur den Kopf sehen konnte, der über der Wasseroberfläche herausschaute. Fast glaubte Kayun, das er es schaffen konnte, und wollte gerade aufstehen, um ihm am Ufer zu helfen, als der Kopf verschwand und nicht wieder auftauchte. Der andere Mann schrie noch ein paar Mal etwas übers Wasser, was nicht für Kayun gedacht war, bekam aber keine Antwort mehr. Wenig später ging der andere Mann mit gesenktem Kopf davon. Ob er noch etwas blieb, konnte Kayun nicht sagen, denn er drehte sich um und ging wieder weiter in sie Insel ...
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