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Die Insel
Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran
... hinein. Dabei kullerte eine Träne über seine Wangen, wurde aber von einer seiner Hände fortgewischt. Jetzt ging er in einem weiten Bogen wieder auf das Dorf zu. Dabei stieß er irgendwann auf den Strand und wanderte jetzt an ihm entlang. Auf der Höhe des Dorfes kam er an den Weg, der durch die Felder führte, und bog in ihn ein. Wenig später war er bei den Feldern angekommen. Hier erwartete ihn ein fröhliches Geplapper, was aus mehreren Kinderstimmen gebildet wurde. Einigen der etwas älteren Kinder wurde gerade von einigen Alten beigebracht, wie die Felder bestellt wurden. Noch war es Spiel, aber, so lernten sie es schnell. Zumindest hatten sie anscheinend Spaß daran, denn ihr fröhliches Lachen schallte über die Felder. Kayun hielt einen Moment an und besah sich die Szene und musste lächeln. Er dachte darüber nach, wie ihm alles beigebracht worden war. Es gab nie einen Zwang, das Lernen wurde einfach in die Arbeit integriert und so hatte keiner den Eindruck, dass es weder das eine noch das andere war. Man lernte, indem man es tat, und wurde dabei von den Alten beaufsichtigt und in die richtige Richtung gelenkt. So gesehen waren die Alten zu viel mehr nütze, als man sonst dachte. Sie lenkten die Zukunft in die richtige Richtung, in ihre Richtung. Gaben bei ihnen aber auch die Möglichkeit zum freien Denken, denn sie ließen Versuche zu, auch wenn sie wussten, dass es nicht funktionieren würde. Sie waren dann immer da, um diese Fehler wieder in einen Erfolg zu ...
... lenken. Dann schweifte Kayuns Blick über die anderen Felder und er konnte zwei Mauern weiter Kisara sehen. Wohl die hübscheste Frau im Dorf, zumindest in seinen Augen. Hoch aufgeschossen, schlank mit schwarzen Haaren, die ihr bis zum Po reichten. Dazu ein ebenmäßiges, stolz in die Gegend blickendes Gesicht mit einer niedlichen, kleinen Stubsnase, die ihr ein keckes Aussehen gab. Kisara saß auf einer Mauer und machte anscheinend Pause von der Arbeit. Dabei sah sie wie gebannt auf die Szene mit den Kindern und nahm ihn gar nicht wahr. Sie verfolgte nur das Treiben, was gar nicht so weit von ihr stattfand, und nahm ihn gar nicht wahr. Kayun atmete einmal tief durch und ging dann zwischen Kisara und den Kindern hindurch, um ins Dorf zu gelangen. Er hatte seinen Ausflug beendet. Musste aber immer wieder an die Sache mit dem Schwimmer denken. Kayun kannte die Eltern, brachte es aber nicht über Herz, ihnen davon zu erzählen. Dann dachte er noch über Kisara nach. Er hatte sie immer schon vergöttert. Selbst in seinen Träumen kam sie immer wieder vor, aber sie hatte sich einen anderen erwählt. Warum wusste er auch nicht aber es war halt so. Vielleicht hatte es aber auch daran gelegen, dass er im Grunde genommen schüchtern war, auch wenn seine äußere Erscheinung nicht danach aussah. Er hatte Kisara nie sagen können, was er für sie empfand. Er tat sogar das Gegenteil. Er hielt sich von ihr fern, damit er sie nicht immer sah. So schaffte er es wenigstens, sie für einige Zeit aus seinen ...