1. Die Insel


    Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran

    ... welches er sich immer wieder ansehen konnte.
    
    Also setzte er sich auf einen der Felsen, nahm etwas Proviant aus dem Beutel heraus, biss einmal davon ab und sah fasziniert dabei zu. Wenig später riss er sich dann doch von dem Anblick los, denn langsam musste er sich einen Platz zum Übernachten suchen.
    
    Von früheren Erkundungen wusste er, dass es eine kleine Quelle in der Nähe gab, eher eine Art Wasserloch, aus dem aber gutes, sauberes und kaltes Süßwasser hervorquoll. Nicht viel, aber genug um seinen Durst zu stillen.
    
    Es dauere eine Weile, bis er sie fand, denn sie war recht gut versteckt und war eine Art Geheimnis von ihm, denn keiner sonst im Dorf kannte sie. Hier ließ er sich nieder, sammelte einige trockene Sträucher und entzündete ein kleines Feuer. Dann ging die Sonne unter und es wurde dunkel.
    
    Mondlos und fast schwarz war die Nacht und nur ein leichter Windhauch traf ihn in der Mulde, in der er lag. Nur das leise Knacken des Feuers und das weit weg vernehmbare, monotone Rauschen des Meeres, drang an seine Ohren. Sonst war nichts zu hören.
    
    Am schwarzen Himmel erschienen zuerst Hunderte, dann Tausende und mehr Sterne. Selbst ein helleres Band erschien, welches sich von einer Seite auf die andere zog.
    
    Kayun lag da und starrte hoch und sein Gehirn fragte sich immer wieder, was diese kleinen Lichtpunkte wohl waren. Er glaubte nicht, dass es die Seelen der Verstorbenen waren, so wie die Alten es immer behaupteten, denn so oft er hinauf sah, konnte er keine ...
    ... neuen erkennen. Außerdem waren einige heller als die anderen und genau das konnte sich Kayun nicht erklären. Warum sollten einige heller und andere weniger hell erscheinen. Das ergab keinen Sinn. Ebenso gab es welche, die sich ganz anders, als die anderen verhielten. Nur wenige, aber sie waren mal hier, mal dort oder die ganze Nacht nicht da. Einige Zeit später tauchten sie dann aber wieder auf.
    
    Bei einem war Kayun das besonders aufgefallen. Er erschien manchmal früh morgens oder schon am Abend. Heller als die meisten hob er sich von ihnen ab, denn er war rötlich. In anderen Nächten war er dann gar nicht zu sehen. All das geschah nicht zufällig, sondern in regelmäßigen Abständen. Genauso wie bei einigen anderen auch. Nur war er bei ihnen nicht sicher. Doch der rote war von den anderen gut zu unterscheiden.
    
    Mit diesen Gedanken und der Ruhe um ihn schlief er ein und erwachte erst wieder, als die Sterne längst untergegangen waren und die Sonne bereits seine Nasenspitze kitzelte.
    
    Kayun streckte sich und rückte seine Knochen wieder in die alte Position, denn das Schlafen auf dem nackten Boden war nicht wirklich angenehm. Steif stand er da und bewegte jedes Glied seines Körpers. Wenig später war er wieder bereit weiter zu wandern. Schnell hatte er sein Bündel gepackt und machte sich auf, um weiter zu wandern.
    
    Dann überlegte er einen Moment, wohin er eigentlich wollte. Am Wasser angelangt gab es nur zwei Möglichkeiten, es sei denn er wollte auf dem gleichen Weg wieder ...
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