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Die Insel
Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran
... nur gelacht und sich schon darauf gefreut. Doch jetzt wurde es Realität, und wie das mit der Realität immer war, sie war anders als gedacht. Wie es allerdings weiter gehen sollte, wusste er auch nicht. Ihm viel einfach nichts ein, wie er es ändern konnte. Es gab einfach keine andere Möglichkeit. Das Einzige, was ihm dazu einfiel, war, öfters einmal zu verschwinden. Er musste einfach ab und zu einen längeren Sparziergang machen. Am besten gleich über ein paar Tage. Sich etwas in die Einsamkeit verdrücken. Kraft sammeln. Bei dem Gedanken musste er selber grinsen. Er hätte nie gedacht, einmal diese Art von Problemen zu bekommen. Schon am nächsten Tag, in aller Frühe, war es dann soweit. Er packte ein Bündel und verschwand aus dem Dorf, bevor dieses erwachte. Noch war es kühl und die Luft so rein, dass man den Eindruck hatte, das die Natur tief Luft hohle um für den Tag einen langen Atem zu haben. Kayun ging entgegengesetzt des Strandes immer weitet auf die andere Seite der Insel zu, wollte sie einmal durchqueren und zum gegenüberliegenden Ende gelangen. Dies war die längste Strecke, die man auf der Insel gehen konnte, wenn man geradeaus lief. Zudem war es auch die Strecke, auf der man garantiert keinen anderen Menschen begegnete. Hier war die Insel trocken und wenig anziehend. Nur wenige, anspruchslose Büsche und andere Gewächse wuchsen hier, die selbst Ziegen nicht schmeckten. Ansonsten gab es nichts weiter zu sehen. Nur noch eine dünne Krume, die sich über die ...
... schwarzen Steine darunter gebildet hatte, auf der auch nichts anderes wachsen würde. Jedes Mal wenn Kayun weiter vom Dorf weg war, fragte er sich, wie es hier ausgesehen hatte, als hier noch Bäume wuchsen. Wobei das Wort Baum kaum etwas Greifbares für ihn hatte. Gesehen hatte er sein ganzes Leben keinen und konnte sich einfach nicht vorstellen, dass es Pflanzen gab, die viele Schritte hoch in den Himmel wuchsen. Zu der Zeit musste noch wesentlich mehr Erde dort gewesen sein, welche von Wind und Wasser abgetragen worden war, denn jetzt war nichts mehr da, was sie festhielt. Mit diesen und ähnlichen Gedanken wanderte er weiter und gelangte weiter in die Richtung, in die er wollte. Einige Stunden später hört er das Rauschen des Meeres. Desgleichen Meeres, welches auch an den Strand des Dorfes brandete. Hier war ihre Welt zu Ende und zugleich der Anfang. Eine Frage des Blickwinkels. Der einzige Unterschied war, dass hier die Küste keinen Strand bildete, sondern zerklüftet und voller Klippen war, da der Wind meistens aus dieser Richtung kam. Eines der Gesetze der Natur. Hier brandeten die Wellen wesentlich heftiger gegen die Insel und wurde langsam abgetragen. Aber es dauerte sehr lange, denn die nackten Felsen waren stark und hart. Hoch peitschte die Gischt über die Felsen, schoss in den Himmel und regnete als feiner Nebel wieder herab. Wenn dann noch die Sonne schien, konnte man einen deutlichen Regenbogen sehen. Warum wusste Kayun auch nicht, aber es war ein Schauspiel, ...