1. Die Insel


    Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran

    ... der Hand und seine Hände begannen zu zittern. Die Alten hatten von Früchten erzählt, die auf den Bäumen gewachsen waren und in etwa so aussahen wie das, was er in den Händen hielt. Sein Herz begann heftig zu klopfen, hämmerte geradezu gegen seine Rippen. Jetzt wusste er, dass er schnellstens zurück musste. Er wusste nicht, was er damit machen musste, aber sicher die Alten.
    
    Ganz vorsichtig packte er das Ding so ein, dass der Spalt nach oben schaute, und ließ alle anderen Sachen liegen, die er mitgebracht hatte. Das Ding durfte einfach nicht kaputt gehen, sollte keinen Schaden nehmen. Er wusste einfach instinktiv, dass es wichtig war, was er tat. Es war über das weite Meer gekommen und er hatte es gefunden. In diesem Moment fühlte er sich auserwählt.
    
    Stunde um Stunde lief er ohne Pause zurück, wobei er vorsichtig den Beutel vor sich her trug, um nirgends damit gegen zu stoßen. Es sollte nicht an ihm liegen, wenn es kaputt ging.
    
    Mit klopfendem Herzen betrat er das Dorf und ging sofort zur Hütte des Dorfältesten. Dieser war sehr überrascht, als er Kayun sah, denn so aufgeregt hatte er ihn noch nie gesehen. Zuerst dachte er, dass etwas Schreckliches geschehen sein musste, aber auf dem zweiten Blick erkannte er, dass es etwas anders war.
    
    Ohne ein Wort holte Kayun das Ding aus seinem Beutel und hielt es dem Alten hin. Auch dessen Augen weiteten sich und er begann, ebenfalls zu zittern. Er kam auf Kayun zu und stich einmal mit seiner Hand über die Schale, dann verließ ...
    ... er ohne so schnell die Hütte, wie Kayun es nicht für möglich gehalten hätte. Kaum draußen begann er in die Gegend zu schreien, Namen der anderen Ältesten wurden gerufen und er machte das ganze Dorf rebellisch.
    
    Stimmen erhoben sich, und als Kayun aus der Hütte kam, waren schon mehrere der Dorfbewohner versammelt und starrten ihm entgegen. Besser gesagt nicht ihm, sondern dem Gegenstand, den er in den Händen hielt.
    
    Wenig später übergab Kayun das Ding den Ältesten, die es zu den Feldern brachen und es sorgsam dort einpflanzten, wo sie meinten, dass es am besten sei. Sogar einer der Ältesten wurde dafür abgestellt, um darauf aufzupassen. Ab jetzt war immer jemand in der Nähe und achtete darauf.
    
    An diesem Tag wurde Kayun gefeiert. Er stand im Mittelpunkt und musste immer wieder erzählen, wie und wo er es gefunden hatte. Es wurde ihm fast zu viel. Eigentlich hatte er die Einsamkeit gesucht und hatte jetzt das Gegenteil gefunden, stand im Mittelpunkt. Er hoffte nur, dass es schnell vorbei ging, denn es behagte ihm gar nicht. Auch wenn es seinem Ansehen in der Gemeinschafft half. Eigentlich war er nur Zufall gewesen.
    
    Dieses Ereignis wurde dann noch gefeiert und bis lang in die Nacht waren die Menschen noch auf.
    
    Einer der wenigen, die nicht mitfeierten, war Kayun selber. Er schaffte es sich klammheimlich zu verdrücken und suchte wieder die Einsamkeit auf. Aber das fiel so gut wie keinem auf.
    
    Er schlich sich zwischen den Feldern hindurch, schaffte es ungesehen an dem ...
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