1. Die Insel


    Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran

    ... bis sie vollkommen damit bedeckt waren und davon glänzten. Gleichzeitig schluckten sie alles herunter, was sich in ihren Rachen gesammelt hatte. Zum Schluss leckten sie sich noch die Lippen ab und zogen auch den letzten Rest in ihren Mund.
    
    Lippen schlossen sich wieder, Zungen erkundeten den gesamten Mundraum und spülten jeden noch so kleinen Rest durch die Kehle und Speiseröhre.
    
    Erst jetzt trat langsam Ernüchterung ein. Rahani wurde nicht ruhiger. Das Opfer hatte ihr anscheinend nicht genügt oder es war falsch gewesen. Die Menschen nahmen erst jetzt wahr, wie heiß es inzwischen bei ihren auf dem Kraterrand geworden war. Sie sahen ängstlich in den Kratersee, der immer noch zu steigen schien. Es würde nicht mehr lange dauern, bis er den Rand erreichte.
    
    Sie bekamen Angst. Alle liefen zusammen so schnell sie konnten und in dem Moment, als sie sich trafen. Grollt es noch einmal. Diesmal so stark wie noch nie. Sie mussten sich gegenseitig festhalten, um nicht zu stürzen. Dabei wäre beinahe einer von ihnen in den Krater gefallen. In letzter Sekunde wurde er von einer helfenden Hand gehalten.
    
    Dieses Beben löste etwas, aus was sie nie vermutet hätten. Eine Flanke des Bergs bekam auf einmal einen Riss, der sich zu einem Spalt und dann zu einem Loch ausdehnte. Tiefer als der Kratersee zog er sich durch die Seite und die Lava begann sich durch das Loch zu ergießen. Nichts konnte es aufhalten. Es lief den Berg herunter und steckte alles in Brand, was auf seinem Weg war. ...
    ... Dabei kroch es langsam in die Richtung, aus der die Menschen gekommen waren. Die Richtung beibehaltend floss es zuerst noch recht langsam, dann aber schneller werdend herunter.
    
    Unter anderen Umständen sicher ein faszinierendes Schauspiel, aber jetzt für die Menschen nur noch erschreckend. Eine Urgewalt war ausgebrochen, gegen die sie vollkommen machtlos waren. Hilflos mussten sie zusehen, wie es langsam aber sicher ihren Rückweg abschnitt. Am Fuß des Bergs wurde der Strom langsamer, kroch aber doch weiter. Was die Menschen auf dem Berg allerdings nicht mehr sahen, dafür waren sie zu weit davon entfernt.
    
    Sie versuchten sich in Sicherheit zu bringen, konnten es vor Hitzestrahlung auf dem Kraterrand nicht mehr aushalten und stiegen erst einmal wenige Meter weiter herab. Hier erreichte es sie nicht mehr und sie zogen sich ihre mitgenommenen Sachen wieder an.
    
    Die Stimmung war schlecht. Zum einen war ihr Opfer anscheinend nicht sonderlich gut angekommen, auf der anderen Seite, hatten sie einfach nur Angst. Angst vor dem, was noch kommen könnte. Sie wussten nicht, was das sein könnte, aber es würde auf alle Fälle nicht gut sein. Davon waren sie überzeugt.
    
    Dazu kam, dass sie nicht ahnen konnten, was sonst noch geschehen war.
    
    Beim dem letzten großen Beben, war nicht nur die Flanke des Bergs aufgerissen, sondern die Brücke, auf die die Lava zufloss, existierte nicht mehr. Sie war auseinandergebrochen und im Meer versunken. Somit waren sie zweifach von ihrem Rückweg ...
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