1. Die Insel


    Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran

    ... mochte es gar nicht im Mittelpunkt zu stehen. So gesehen hatten beide etwas gemeinsam. Also zog auch sie sich zurück, damit es auch bei ihr keiner mitbekam. Was allerdings nicht weiter schwierig war, denn auf sie achtete sowieso keiner. Eine Randfigur beachtete man nicht, ob sie nun da war oder nicht.
    
    Es gab nur zwei Möglichkeiten, wo er sein konnte. Entweder in seiner Hütte oder am Strand. Sie hatte schon öfters beobachtet, dass er dort war. Saß alleine abseits und starrte in die Ferne.
    
    In seiner Hütte war er nicht, das hatte sie schnell heraus bekommen. Dabei musste sie nicht einmal besonders vorsichtig sein, denn die anderen waren alle auf dem Fest. Ein Blick genügte und sie wusste es. Also musste sie an den Strand.
    
    Sie nahm den gleichen Weg wie Kayun zuvor und kam ebenfalls ungesehen an der Wache vorbei. An Strand angekommen war sie sich nicht sicher ob er nach rechts oder links gegangen war. Also versuchte sie es erst einmal in der einen Richtung.
    
    Es war nicht leicht etwas in der Dunkelheit zu erkennen, die nur durch das Licht der Sterne etwas erhellt wurde, aber dann meinte sie einige Schritte von sich weg eine Gestalt zu erkennen und ging so auf sie zu, dass derjenige sie erkennen sehen musste. Sie wollte ihn nicht erschrecken denn sie wusste nicht, wie er darauf reagieren würde.
    
    Drei Schritte von ihm entfernt erkannte sie ihn. Er drehte zwar seinen Kopf in ihre Richtung, sagte aber nichts sondern sah sofort wieder in die vorige Richtung. Sicher hatte ...
    ... er sie erkannt, was nicht weiter schwer war.
    
    Da er aber sonst nichts tat, sie nicht weg schickte, setzte sie sich einfach neben ihn und starrte ebenfalls gedankenlos in die Dunkelheit.
    
    Erst jetzt fiel ihr auf wie schön es sein konnte hier in der Dunkelheit zu sitzen. An diesem Tag war es vollkommen windstill und das glatte Wasser lag vor ihnen und spiegelte den Himmel wieder. Sterne waren nicht nur über ihnen, sie waren ebenfalls im Wasser und schienen aus der Tiefe zu ihnen herauf zu leuchten. Vollkommene Ruhe.
    
    Wäre man an den beiden jetzt vorbei gelaufen, hätte man sie für eine große und eine kleine Statue halten können, die dort am Strand aufgestellt worden waren. Vielleicht Wächter die darauf Acht geben sollten, was vom Wasser her kam. Oder zur Abschreckung, um andere zu warnen die Insel zu betreten. Ganz gleich was auch, man hätte sich erschrocken, wenn sie sich auf einmal bewegten.
    
    Doch das taten sie nicht. Beide saßen mit angezogenen Beinen dort, hatten ihre Arme um diese gelegt und saßen mit leicht gekrümmten Rücken dort.
    
    Kayun hatte nichts dagegen, dass Frapi neben ihm saß. Sie saß eben nur dort. Sagte oder tat aber nichts. Also wurde er auch nicht gestört und das war ihm am wichtigsten. Hätte sie auch nur einen Ton gesagt, wäre er aufgestanden und gegangen. Dabei hatte es ihn nicht einmal gewundert, als sie auf ihn zu gekommen war. Er hatte sie nur einmal angesehen, um zu erkennen, wer es war.
    
    Frapi hingegen wunderte sich schon, dass er sie gewähren ...
«12...129130131...144»