1. Die Insel


    Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran

    ... auch um ein Stückchen Land zu kümmern. Dann wäre es ihr sicher besser gegangen, aber jetzt war es einfach zu spät. Die besten Stücke waren längst vergeben und wurden eifersüchtig bis auf den letzten Krümel verteidigt.
    
    Sie war die ausgestoßene und die Besuche wurden immer weniger. Keiner hatte mehr wirklich etwas zu vergeben. Der Bauch war inzwischen wichtiger geworden als alles andere, da konnte man es sich einfach nicht mehr leisten, noch andere Bedürfnisse zu befriedigen.
    
    Selbst Kugogo konnte es sich nicht mehr oft erfüllen. Er war sicher, was Essen anging wesentlich besser dran als viele andere, aber das reichte auch nicht mehr für viele Besuche, obwohl ihre Preise inzwischen sehr gering geworden waren. Selbst für einen einzigen Happen tat sie schon mehr, als sie je gedacht hätte. Ihr blieb einfach nichts anderes übrig als den Rest des Tages durch die Gegend zu streifen und nach etwas essbarem zu suchen. Schon ein paar Beeren oder einige frische Kräuter waren inzwischen zu etwas kostbarem geworden. Leider gab es davon auf der Insel nicht viel. Hatten die Ziegen doch alle jungen Triebe verbissen und es würde auch ohne sie lange dauern, bis die Natur sich wieder erholt hatte. So lange konnte sie aber nicht warten, die Zeit hatte sie nicht.
    
    Sari hoffte inzwischen auf ein Wunder und das kam dann auch für sie. Sie wusste nur nicht woher. Als sie eines Tages aufwachte, lagen drei getrocknete Fische in ihrer Höhle, aber es war niemand da, der seinen Lohn dafür haben ...
    ... wollte. Für die Fische hätte er alles bekommen was er wollte, aber er ließ sich nicht blicken. Ihr hunger war zu groß um weiter darüber nachzudenken, das konnte sie auch noch nach der Mahlzeit.
    
    So wie sie waren, verschlang sie alle drei auf einmal. Ihr Hunger war zu groß, um darüber nachzudenken, ob sie einen für später weglegen sollte. Endlich war ihr Magen mal wieder voll und sie genoss das Gefühl zumindest an dem Tag nicht hungern zu müssen. Beruhigt legte sie sich wieder hin und schlief diesmal ein, ohne dabei den knurrenden Magen zu hören. Die Geräusche die er jetzt machte kamen vom Verdauen. Neue Energie die sie weiter am Leben hielt. Denn inzwischen ging es für sie ums überleben. Da brauchte und konnte sie sich nichts mehr vormachen. Doch wer der edle Spender gewesen war, bleibe ein Geheimnis. War ihr aber in diesem Moment dann doch egal. Kugogo war es jedenfalls nicht gewesen, der hätte höchstens einen oder einen halben Fisch mitbringen können, mehr hatte er selber nicht übrig. Davon war sie überzeugt.
    
    Wie alle es auch drehten, wer genau hinsah wusste, dass es nicht mehr lange gut gehen würde. Man konnte förmlich zusehen wie die Nahrungsmittel dahin schmolzen. Selbst das angebaute Gemüse brachte in dieser Zeit kaum noch etwas ein, denn dafür war das Wetter in den letzten Wochen zu schlecht gewesen. Wie immer um diese Zeit hingen oft tiefe Wolken am Himmel und hüllten den Berg ein. Aber nur ab und zu regnete es wirklich. Meistens lang eher etwas wie ein dunstiger ...
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