1. Die Insel


    Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran

    ... Schleier über der Insel und ließ nur wenig Sonnenlicht hindurch. Der einzige Vorteil dabei war, dass sie das Gemüse kaum gießen mussten und sich ihre Quelle wieder mit dem Regenwasser auffüllte.
    
    Der Dunst wiederum verlangsamte aber auch gleichzeitig das Pflanzenwachstum und die Ernte wurde immer ertragsärmer. Knurrende Mägen wandelten umher und sahen gierig auf die wenigen Ziegen herüber, die sich noch auf der Insel und ihrer Nähe aufhielten. Auch dieser Vorrat würde bald zu Ende gehen. So konnten sie jedenfalls noch höchstens vier Wochen überleben. Und was kam dann? Keiner mochte wirklich darüber nachdenken, denn die schwächsten würde es zuerst erwischen. Doch wer waren sie. Um wie viele mussten sie weniger sein, damit die Insel genug abwarf damit die überlebenden es schafften? Und was wurde aus den anderen. Sie würden sich nicht in Luft auflösen.
    
    Jeder wusste es, jeder hielt den Mund, keiner sprach es aus. Keiner wollte eine Entscheidung treffen. Allerdings war auch keiner da der eine Entscheidung für irgendetwas für alle fällen konnte. Es gab niemanden der das Sagen hatte. Wer hätte diesen Platz auch einnehmen können. Die Ältesten waren alle auf der anderen Insel. Keiner hier war alt und nur so konnten sie es sich vorstellen. Es war schon immer so gewesen, solange sie denken konnten. Eigentlich waren sie sogar alle gleichberechtigt, keiner hatte einen Anspruch auf irgendwas. Und so überließ man alles dem Zufall. Irgendwie würde es sich schon regeln, dachten sie ...
    ... zumindest.
    
    Zwei Tage später kam genau das, was sie eigentlich schon viel früher erwartet hatten. Einer oder mehrere von ihnen hatten das Feld eines anderen geplündert. Es war vollkommen abgeerntet und bot ein Bild der Ödnis. Nicht ein Stückchen essbares war noch zu finden.
    
    Es war das Feld von einem der Gruppe mit den Frauen. Es traf aber sozusagen die ganze Gruppe, denn sie bewirtschafteten alle zusammen die wenigen kleinen Felder, die ihnen zugeteilt waren. Die Wache war nachts niedergeschlagen worden und konnte den Raub nicht mehr verhindern.
    
    Auch wenn von der anderen Gruppe sicher nicht jeder daran beteiligt gewesen war, so hielten sie doch zusammen. Niemand von ihnen war es gewesen oder würde einen anderen verraten, das war schnell zu erkennen. Und so standen sich die beiden Gruppen gegenüber, waren sich aber bewusst, dass die bestohlene kleiner war als die andere. Dafür waren die kräftigsten und erfahrensten Männer in der kleineren Gruppe. Dadurch entstand ein Kräfteverhältnis, was in etwa gleich war.
    
    Anschuldigungen flogen hin und her. Die einen meinten, das es die anderen gewesen wären, die anderen gaben die Anschuldigung zurück mit dem Hinweis, dass sie es selber gemacht hätten und jetzt andere dafür zu beschuldigen.
    
    Dabei wurde es immer hitziger, wobei sich gerade die jüngsten unter ihnen hervortaten. Für sie war die ganze Situation noch schlimmer als für die anderen. Sie wussten einfach nicht mehr was sie tun sollten und verrannten sich jetzt in der ...
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