1. Die Insel


    Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran

    ... klar. Wollte sie gar kein Opfer oder war das, was sie vorhatten nicht richtig? Sie wussten es nicht. Trotzdem mussten sie es versuchen. So konnte es nicht weiter gehen.
    
    Währenddessen, begann die Sonne langsam zu versinken. Ihre Strahlen wärmten schon lange nicht mehr so gut wie noch vor wenigen Stunden. Die Schatten wurden länger und ein leichter Wind kam auf, der sich langsam verstärkte.
    
    Als sie endlich die Geröllhalden verließen und auf festem Boden standen, machten sie eine kurze Rast und zogen sich wärmere Kleidung an. Außerdem aßen sie einen Happen, denn sie waren schon lange unterwegs. Dazu kam der ungewohnte Aufstieg, der an ihren Kräften zehrte. So manch einer von ihnen war inzwischen gar nicht mehr von der Mission überzeugt. Die Beine taten weh und sie wünschten sich wieder zurück ins Dorf. Aber das mussten sie jetzt durchstehen. Keiner wollte dem anderen die Chance geben über ihn zu lachen oder gar Schlimmeres. Sogar die sechs Frauen, die mitgekommen waren, hatten es bis hier geschafft, es hätte ihre männliche Ehre verletzt, jetzt aufzugeben. Also hieß es Zähne zusammenbeißen und durch. So weit war es nicht mehr, und wenn sie sich beeilten, würden sie den Gipfel erreichen, bevor es dunkel wurde. Bei vollkommener Dunkelheit war es nicht mehr schaffen, denn sie würden nicht mehr sehen, wohin sie traten. Dafür war das Gestein viel zu dunkel.
    
    Also brachen sie wieder auf und quälten sich jetzt, um einiges langsamer, den Weg weiter nach oben. Dabei konnte sie ...
    ... ihr Ziel schon sehen. Der Gipfel war zum Greifen nah und sie würde ihn noch erreichen, bevor es zu dunkel wurde. Dazu strengten sie sich noch einmal doppelt an.
    
    Und richtig. Die Sonne war gerade dabei und schickte ihre letzten Strahlen über den Horizont, als sie den schmalen Rand des Gipfels erreichten. Hier blieben sie erst einmal tief durchatmend stehen, denn die Luft war hier oben dünner als unten und das Atmen war schwerer.
    
    In diesem Augenblick versank die Sonne unter dem Horizont und tauchte den Abendhimmel in ein tiefes rot, für das die oben angekommenen allerdings keine Augen hatten. Direkt vor ihnen öffnete sich ein fast schwarzer Schlund. Er war kreisrund und hatte nur einen schmalen Grad, auf dem sie standen. Wenn man sich über den Rand beugte und in die scheinbar unendliche Schwärze blickte, konnte man es am Grund tiefrot leuchten sehen. Dabei sah es aus, als wenn einen ein glühendes Auge ansah, welches immer wieder seine Form änderte. Es schien zu fließen, verwirbelte immer wieder und stand dann wieder still. Manchmal hörte man zudem ein fauchen, was von dort zu kommen schien. Es klang bedrohlich, wie eine Warnung. Eine Warnung nicht zu nah zu kommen, was allerdings auch keiner von den anwesenden vorhatte. Keiner wäre auf die Idee gekommen hinab zu steigen, um es sich genauer anzusehen. Hatte die Göttin sie doch schon mit Steinen beworfen. Was würde einen erst dort unten erwarten? Sicher nichts Gutes.
    
    Es wurde dunkler. Die Nacht brach schnell herein und die ...
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