1. Die Insel


    Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran

    ... sie dann längere Zeit draußen schlafen müssen und das wiederum gefiel den Leuten gar nicht.
    
    Egal wie sie es drehten, mehr konnten sie einfach nicht tun.
    
    Also gingen die daheimgeblieben den Rest des Tages ihren normalen Tätigkeiten nach, denn wenn man es genau betrachtete, war es für sie auch ein normaler Tag. Erst als es langsam Dunkel wurde, sahen sie immer wieder in Richtung Berg, der sich schwarz, wie er war, kaum von Hintergrund abhob.
    
    Zumindest die Alten wussten, was sich jetzt oben auf dem Gipfel abspielte und sie suchten nach einem Zeichen dafür, dass das Opfer die Göttin besänftigen würde. Noch konnten sie nichts davon merken, denn immer wieder gingen kleine Erschütterungen durch den Boden. Sie waren nicht sonderlich gut zu bemerken, denn erst wenn man ganz ruhig stand, spürte man sie unter den Fußsohlen. Das Seltsame dabei war nur, dass das leichte Vibrieren nicht mehr verschwand. Es war permanent und ohne Unterbrechung da, aber besser als die heftigen Erdstöße, die es zuvor gegeben hatte.
    
    Einige Zeit später bekamen die Menschen etwas Seltsames zu sehen. Da sie wussten, dass sich die Gruppe gerade auf dem Gipfel aufhielt, um das Opfer darzubringen, sahen sie jetzt verstärkt in Richtung Spitze des Berges und glaubten auf einmal, ein rötliches Leuchten zu sehen, was sich langsam aber sicher verstärkte und immer heller wurde.
    
    Dabei fragten sich die Menschen, woran es lag. War es eine Reaktion auf das Opfer, was man Rahani brachte, oder hatte es einen ...
    ... anderen Grund. Sie wussten es einfach nicht und konnten nur tatenlos zusehen.
    
    Dann gingen auf einmal wieder heftigere Stöße durch den Boden, verstärkten sich und auf einmal knallte es so heftig, dass sich einige der Menschen nicht mehr auf den Beinen halten konnten. Als sie dann wieder zum Berg schauten, sahen sie die glutflüssige Lava den Berg herunter laufen.
    
    Ein Schreck ging ihnen durch die Glieder, denn immerhin wussten sie von den Menschen auf dem Berg. Nur tun konnten sie nichts. Dagegen waren sie einfach machtlos, was auch immer dort oben gerade geschah. Mehr als Sorgen um Freunde, Verwandte oder gar Männer konnten sie sich nicht machen. Sie mussten bis zum Morgen mit seinem Licht warten, alles andere hatte keinen Sinn.
    
    Keiner, ob alt oder jung, ob Frau oder Mann tat in der Nacht ein Auge zu. Alle warteten auf die aufgehende Sonne.
    
    Erst als es so hell war, dass sie sich auf den Weg machen konnten, ging eine kleine Gruppe von ihnen, die gut zu Fuß war los, um nachzuschauen.
    
    Ein paar Stunden später kamen sie zur ehemaligen Brücke, sahen aber schnell, dass sie nicht mehr da war. Ebenso erkannten sie die Gestalten am anderen Ufer, welches so nah, aber gleichzeitig so fern war. Sie winkten und riefen hinüber, aber weder sie noch die auf der anderen Seite wurden verstanden.
    
    Verzweifelt suchten sie nach einem Weg hinüber. Doch soviel sich auch darüber nachdachten, so wenig fiel ihnen ein. Es gab keinen Weg, der sie herüberführen konnte und so blieb ihnen nichts ...
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