1. Die Insel


    Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran

    ... passiert. Aber es war wenigstens etwas gewesen, was ihm sehr gefallen hatte. Gegen eine Wiederholung hätte er nichts gehabt. Vielleicht ergab sich es sich ja noch einmal. Dann ging er weiter und in seine Hütte. Erst hier viel ihm ein, dass er Frapis Kamm gar nicht heruntergeholt hatte. So wichtig schien es also nicht gewesen zu sein. Außerdem fragte er sich, ob sie nicht vielleicht extra etwas Scharfes dort oben deponiert hatte, damit es soweit kommen würde. Wenn ja, war sie sehr schlau und wusste, was sie wollte.
    
    Auch dieser Tag verging dann für die meisten der Einwohner wie jeder andere Tag. Man hatte sich daran gewöhnt, dass die anderen nicht mehr da waren. Es war kein gutes Gefühl, aber man konnte nichts daran ändern.
    
    Waren zuvor noch immer wieder einige zu der Stelle gegangen wo einst die Brücke gewesen war, so wurde es weniger. Später stellten sie es ganz ein. Es machte keinen Sinn. Man saß oder stand nur da und starrte auf die andere Seite, auf der sich niemand mehr blicken ließ. Anscheinend hatte man sich auf der anderen Seite auch damit arrangiert. Es war einfach so.
    
    Trotzdem machte man sich große Sorgen und dachte immer wieder an die anderen.
    
    Kapitel 3.1
    
    Einige kamen schlechter damit zurecht als andere. Besonders Leilani hatte darunter zu leiden. Sie vermisste ihren Mann so sehr, dass sie eigentlich nicht mehr aus ihrer Hütte kam. Selbst das Essen, was man ihr brachte, konnte man fast so wieder mitnehmen, wie es gewesen war. Wenn sie einen Happen ...
    ... davon nahm, war es schon viel. Zum Glück trank sie wenigstens etwas, wenn auch nur wenig.
    
    Von Tag zu Tag sah sie schlechter aus und magerte immer mehr ab. Nicht nur, dass sie nichts mehr aß und wenig trank, sie kapselte sich von allen anderen ab. Nur ihre beste Freundin und Nachbarin Moii kam noch etwas an sie heran. Sie brachte ihr das Essen und schaffte es wirklich nach Tagen, sie zu füttern. Löffel für Löffel schob sie ihr in den Mund, bekam es aber anscheinend gar nicht richtig mit, denn sie starrte dabei immer in eine nicht vorhandene Ferne. Starr war ihr Blick auf etwas gerichtet, was nicht da war. Doch sie schluckte wenigstens den angebotenen Brei. Festere Nahrung konnte sie nicht zu sich nehmen, denn sie kaute nicht. Da war es mit Flüssigkeit schon einfacher. Man konnte es ihr einfach einflößen.
    
    Wenigstens der körperliche Verfall wurde gestoppt. Sie blühte nicht gerade auf, aber ihre Verfassung besserte sich von Tag zu Tag. Irgendwann drehte sie dann sogar ihren Kopf und sah Moii an. Sie erwachte anscheinend aus einem langen Traum und begann erst jetzt wieder die Umwelt wahrzunehmen.
    
    Ein leichtes Lächeln deutete sich an, was für Moii das größte Geschenk war, was sie sich vorstellen konnte. Ihre Freundin war wieder da und jetzt konnte es nur noch bergauf gehen.
    
    Moii war das gleiche Schicksal beschert, ging damit aber ganz anders um. Bei ihr war es einfach so und sie konnte nichts daran ändern. Außerdem war sie sich sicher, dass ihr Mann irgendwann wieder zu ihr ...
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