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Die Insel
Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran
... finden würde. Wie wusste sie auch nicht, aber das war im Moment auch nicht so wichtig. Ihr Mann war zäh und würde es schaffen. Insgeheim wusste sie genau, dass er noch lebte. Also warum traurig sein? Es war eher eine Art Urlaub von der Gemeinsamkeit. Eine neue Erfahrung, ein Abenteuer. In den nächsten Tagen steckte sie Leilani mit ihrer Zuversicht an und man meinte jede Stunde mehr sehen zu können, wie sie wieder ins Leben zurückfand. Außerdem beschlossen die beiden Frauen zusammenzuziehen, zumindest so lange, bis ihre Männer wieder kamen. Dann fühlten sie sich nicht so alleine und würden die Zeit besser überstehen. Einige Leute im Dorf mussten alle vier Tage einmal schmunzeln, denn die beiden hatten die Übereinkunft, dass sie jeweils vier Tage in der einen und die nächsten in der anderen Hütte wohnen würden. So konnte man sie laufend dabei beobachten, wie sie ihre Habseligkeiten hin und her schleppten. Für einige der Bewohner wurde es geradezu zu einer Art festem Bestandteil ihres Kalenders. Einige wussten dann immer, dass wieder vier Tage vergangen waren. Die Alten hingegen saßen dann dort, wo die beiden vorbei kamen, und sahen sich alles genau an. Wenn sie dann an ihnen vorbeigegangen waren, diskutieren sie darüber, ob etwas dazugekommen war. Es war dann immer sehr spannend, wenn einer meinte, etwas Neues entdeckt hatte. Danach wurde beim nächsten Umzug umso genauer Ausschau gehalten, um es bestätigen zu können. Man konnte jeden Tag sehen, wie es Leilani besser ...
... ging. Seitdem sie nicht mehr alleine war, kam auch ihre Zuversicht wieder und sie blühte wieder auf. Es tat ihr einfach nur gut, dass sie nicht mehr alleine war. Ihr Mann war deswegen nicht vergessen und gerade abends, wenn die Zeit kam, in der man sich zur Ruhe begibt, wurde es am schlimmsten. Dann saß sie immer wieder einfach nur da und starrte wieder in die Gegend. Doch jetzt war Moii da und nahm sie in den Arm. Es war einfach ihre Art Trost zu spenden, denn etwas anderes fiel ihr nicht ein. So saßen sie dann da und spürten einander zu haben, übermittelt von der Wärme, die sie gaben und nahmen. Wurde es dann später und wurde Zeit sich zur Ruhe zu legen, kam es vor, dass Moii sich mit bei Leilani auf die Ruhestatt legte und die Freundin wieder in ihrem Arm lag. Dabei drehte sich Leilani oft in Moiis Richtung und legte ihren oberen Arm über ihren Körper. Dann schlief sie ein und Moii blieb nichts anders übrig als ebenfalls dort zu schlafen, denn sie konnte sich nicht davonstehlen, ohne Leilani zu wecken. Manchmal lag sie dann mit offenen Augen da und lauschte den ruhiger werdenden Atemzügen von Leilani. Dabei spürte sie die Wärme, die von ihrem Körper ausging, und wurde dabei selber Müde. Schwer wurden die Augenlieder und sie konnte dem Drang nach Schlaf nicht wiederstehen. Ihre Augen schlossen sich und sie fiel in einen tiefen und erholsamen Schlaf ohne Traum. Zumindest hatte sie das Gefühl, nicht zu träumen, wenn sie dann morgens aufwachte, war keine Erinnerung mehr ...