1. Marie 12 Der Geburtstag 2. Teil


    Datum: 15.03.2018, Kategorien: CMNF Autor: Anonym

    ... ihre Hand. „Vorschlag, wir fangen noch mal bei Null an, schön langsam und ohne Hintergedanken. Wir machen uns einen netten Abend, trinken was, lachen, erzählen dreckige Witze und schauen, was so alles passiert. Okay? Und wenn es sich ergibt, dann könne wir vielleicht was tun - für das Mädchen aus dem Buch, meine ich!“
    
    Im allgemeinen Gelächter entspannte sich die Situation, die Gläser wurden wieder gefüllt und alle stießen auf einen schönen Abend an. Dennis holte für Marie noch eine kurze Sporthose aus seinem Schrank. Sie bedankte sich mit einem strahlenden Lächeln. So übel schien der Herr dieser gruseligen Bude doch gar nicht zu sein.
    
    Es entwickelte sich eine angeregte Diskussion darüber, welches Gesellschaftsspiel wohl das passende für den Abend wäre. Monopoly fiel glatt durch, zu lange und uninteressant. Poker scheiterte am Unvermögen - vor allem Maries - es zu beherrschen. Letztlich machte das gute alte Flaschendrehen das Rennen. Die Regeln waren schnell abgesprochen. Der jeweilige Verlierer bekam die Wahl zwischen Wahrheit oder Pflicht.
    
    Schnell wurden die Sessel bei Seite geschoben und der Tisch weggetragen. Dennis verteilte Unmengen von Teelichtern im Raum. Alle verfügbaren Feuerzeuge zündeten die Kerzen an. So sahen also die Vorstellungen der Jungs von Romantik aus. Ein Anfang war es jedenfalls schon.
    
    Im Schneidersitz setzten sich die fünf jungen Männer und Marie bei Kerzenschein im Kreis auf den wirklich gut gesaugten IKEA-Teppich. An leeren Flaschen ...
    ... herrschte kein Mangel, das Spiel begann. Als Geburtstagskind durfte Jörg anfangen. Mir viel Schwung drehte er die Flasche. Vor Thomas kam der Flaschenhals zur Ruhe. „Wahrheit oder Pflicht?“. Jörg zeigte schadenfroh auf Thomas.
    
    „Wahrheit!“
    
    Mit dem Zeigefinger auf den Lippen dachte Jörg scheinbar angestrengt nach. „Hmm …ah, ja! Wie lange bist du schon hinter Marie her?“
    
    Damit hatte der natürlich nicht gerechnet, die Falte zwischen seinen Augenbrauen erreichte die Tiefe des Grand Canon. „Verräter!“, zischte er wütend zwischen den Zähnen hervor. Gespannt auf die Antwort legte Marie ihren Kopf schief nach rechts. Es versprach, ein wirklich interessanter Abend zu werden.
    
    „Wenn ich mich recht erinnern kann, seit der Grundschule. Wir waren damals schon in einer Klasse.“
    
    Lautes Gejohle quittierte die Antwort, Maries Gesicht färbte sich nach dunkelrot.
    
    So ging es hin und her. Zwei Hemden und eine Hose lagen schon auf den Sesseln. Matthias wählte ebenfalls die Pflicht. Er griff schon nach den Hemdknöpfen. Doch Dennis verdonnerte ihn für die Dauer des Spiels zum Mundschenk. Jeder machte sich einen Spaß daraus, ihn herum zu schicken, kaum dass er sich wieder an seinen Platz in der Runde gesetzt hatte. Ohne zu murren, ertrug er die Launen seiner Freunde im Laufe der nächsten Zeit. Marie hatte bisher Glück gehabt, der Flaschenhals drehte sich immer an ihr vorbei. Die Jungs versuchten natürlich, die Flasche möglichst in ihre Richtung zu steuern. Endlich hatte der ihr immer noch ...
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