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Naturgetreu
Datum: 22.09.2021, Kategorien: 1 auf 1, Autor: Andre Le Bierre
Ich hatte derweil einen Internetfreund gefunden. Arne mit seinen 51 Jahren war natürlich doppelt so alt, wie ich, aber ein toller Gesprächspartner. Wir unterhielten uns über fast alles. Meist waren es nur Chats oder Whatsapp. Einmal telefonierten wir miteinander. Er war seit seiner geschiedenen Ehe alleine. Ich hatte keinen Freund. Wir hatten des Öfteren Cybersex und da stellte sich die Frage, ob es nicht auch in der Realität eine Option wäre. Er kannte meinen Namen und er wohnte außerhalb der Stadt. Sicherlich könnte man es versuchen, aber ich war mir nicht sicher und er kam von selbst auch nicht auf die Idee, dass wir uns definitiv zum Sex verabredeten. Vielleicht hatte er Angst, dass sein Traum davon platzen könnte. Auch ich hatte Bedenken, dass er mir vielleicht doch nicht gefallen könnte. Und so blieb es nur bei dem, was wir schon wussten. Wir waren beide gerne in der Natur. Er sammelte Pilze und ich suchte nach wilden Kräutern. Wir hatten schon herum gealbert, dass wir uns doch mal zufällig beim Sammeln treffen könnten. Um Wildkräuter zu sammeln musste ich tatsächlich an den Stadtrand fahren und war eigentlich schon in seiner Nähe. Doch traute ich mich nicht, ihm das zu sagen. Auf seine Whatsapp, was ich denn machen würde, schrieb ich, dass ich nachher noch los wollte. Er schrieb, dass er schon unterwegs sei und wir uns doch mit Wildkräutern und Pilzen später treffen könnten, um gemeinsam eine Pilzpfanne zu kreieren und mit einem Schuss Sahne abzurunden. Das las ...
... sich immer schön, wenn er das schrieb. Ich steckte mein Handy wieder in die Gesäßtasche meiner Hotpants und stellte meinen Korb auf einer Lichtung ab. Ich sammelte Scharfgarbe, Brennnesseln, Spitzwegerich und weitere Kräuter. Ich fand gerade Bärlauch und tatsächlich hatte jemand in der Wildnis Kapuzinerkresse weggeworfen, die sich dort vermehrte. Ich pflückte das Kraut und legte es in meinen Korb, als ich plötzlich Geäst hinter mir Knacken hörte. Ich war schon so weit vom Parkplatz entfernt, dass ich dachte, es wären Tiere. Dann hörte ich eine raue Stimme: "Das ist aber wirklich eine wirkliche Schönheit, die ich da gefunden habe!" Das konnte kein Zufall sein, es war Arne, der plötzlich zwei Meter von mir entfernt stand. "Warte! Nicht bewegen!", sagte er. Gebückt stand ich mit dem Po zu ihm und sah an meinen Beinen vorbei. Da stand er tatsächlich in grauer Jogginghose mit grauem T-Shirt und grauen Sandalen. Doch sah ich vorerst über Kopf. "Eine der schönsten Blüten der Erde auf einer so naturbelassenen Wiese!", fuhr er fort. "Arne?", fragte ich und legte meine gerupften Kräuter in den Korb. Mir war klar, dass er mir auf den Arsch schaute. Ich hatte ja nicht viel an ... Hotpants, die so kurz waren, dass die vorderen Innentaschen unten heraussahen ... meine pink-weiß-schwarzen Turnschuhe ... die schwarzen kurzen Sneakersocken ... das ärmellose pinkfarbene enge Shirt und den schwarzen kleinen Rucksack. Meine dunklen Haare hatte ich zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden. ...