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Datum: 08.10.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: lost_of_mind
... betätigte die manuelle Steuerung für die Servicemonteure. So konnte er nach unten den Aufzug auch 2,5 Meter tiefer fahren, direkt auf den mechanischen Endschalter und die Pufferfedern, die Türen von Hand erst einen Spalt öffnen, vorsichtig hinaus spähen und danach bequem vom Liftdach in die Tiefgarage aussteigen. Er nahm eine große, nur scheinbar unachtsam abgestellte Plastiktüte auf, zog den Schlüssel ab und übergab damit den Lift wieder der Nutzung für die Allgemeinheit. Hätte man ihn denn überhaupt beim verlassen der Tiefgarage beachtet, man hätte nur einen alten Pensionär vermutet, der da langsam und gebückt an der Häuserfront entlang watschelte, in einer Plastiktüte Pfandflaschen von den Mülleimern der Straßenbahn sammelte. Wenn ihn jemand gesehen hätte.... *Ein Rückblick* Genau genommen begann die Geschichte schon vor 21 Jahren. Eine junge hübsche Frau mit Namen Carina traf auf der Universität ihren Traumprinzen, Karl Theodor. Beide studierten Wirtschaftslehre. Er schien energisch, wollte aus seinem Leben etwas machen, hatte erkennbar den Drang nach Oben. Kam aus einer Unternehmersfamilie. Trotzdem schien er noch genügend Interesse an der scheuen Carina zu zeigen, sie beide fanden zusammen. Daraus entstand dann nach einem Jahr versehentlich die kleine Kathrin, zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, genau in der heißen Phase des Studiums. Carina konnte deswegen das Studium nicht beenden. Entband das Kind, ging stattdessen danach arbeiten. Über eine ...
... Leihfirma wurde ihr ein Job bei einem Buchungsservice vermittelt. Nachtschicht. Sie wechselten sich so ab bei der Betreuung des Kleinkindes, genau genommen finanzierte sie sogar damit das Studium ihres Freundes mit. Erst später folgte dann die lieblose standesamtliche Hochzeit, auf Drängen seiner Familie. Nachdem es durch mehrere Eskapaden seinerseits zuerst noch nach einer Trennung ausgesehen hatte. Aber keine seiner kurzen Affären konnte den großschnäuzigen Emporkömmling wohl länger ertragen, der da auf Kosten seiner Lebensgefährtin einen auf dicke Hose machte. Frauen spüren es, wenn ein Mann seine Frau und sein Kind verleugnet. Karl Theodor bestand sein Studium, seinen Dipl. Irgendwas. Mehr schlecht als Recht, man munkelte hinter vorgehaltener Hand von etwas "unlauterer Hilfe". Er wollte danach sofort ins Unternehmen der Eltern eintreten, jedoch sein Vater bremste dieses Ansinnen vehement aus. Der Vater verlangte dass sich Karl Theodor erstmal seine eigenen Position in der Wirtschaft erarbeiten solle. Insgeheim wollte er keine Made im Speck durchfüttern, die nur das gute Betriebsklima vergiftete. Über die Jahre richteten Carina und Karl Theodor sich mit ihrem Leben ein. Sie legte ihre ganze Liebe auf ihre Tochter Kathrin, er bemühte sich seine zahlreichen Affären halbwegs diskret zu Behandeln. Trotz seiner vielen Bemühungen blieb nie eine andere Frau an ihm kleben. Normal hätte es ihm zu denken geben sollen. Ebenso hätte jeder normale Mitarbeiter darüber nachgedacht, ...