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Un regard en arrière - Zurückblicken Kap. 04
Datum: 09.11.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: bydarkman43
... Mitarbeiterin auch für die Hintergründe interessierte. „Also gut. Dann muss ich sie aber auch ein wenig mit unserer Familiengeschichte langweilen. Bereits mein Großvater war Arzt. Damals führte er, später zusammen mit meinem Vater, in Moskau eine große Praxis. Damals sprach man aber nicht von Russland, sondern der UDSSR. Glauben sie mir, wenn man in solch einem totalitären System mit den richtigen Leuten aus der Regierung zusammen arbeitet, ließ sich selbst im 'Arbeiter und Bauernstaat' trefflich Geld machen.Schon zu dieser Zeit verschrieb sich mein Großvater der plastischen Chirurgie. Neben den Leuten aus den sprichwörtlich oberen Zehntausend, gab es viele namhaften Menschen aus dem kapitalistischen Westen, die froh waren, solche Operationen in dieser vor Presse und Paparazzi geschützten Atmosphäre machen zu lassen. Mit dem Umsturz des Systems, gelang es meinem Großvater sein Geld und seine Familie in den Westen zu transferieren. Das war der Grundstein zu dieser Klinik. Unser Klientel besuchte uns von da an eben hier auf Sylt. Mein Großvater fühlte sich hier jedoch nicht heimisch und als er aus altersbedingten gesundheitlichen Gründen das Skalpell aus der Hand legen musste, zog er es vor seinen Ruhestand in Moskau zu verbringen. Mein Vater übernahm und ich beendete meine Studien in Hamburg. Einige Jahre arbeitete ich dort und machte auch meine Fachausbildungen nicht an unserem Haus. Mein Vater saß nur zehn Jahre auf dem Chefsessel und verstarb an einem Herzinfarkt. Ich ...
... übernahm und auch mein Sohn ist mittlerweile hier an der Klinik. Die Klinik ist unser Eigentum und hat wirtschaftlich, nichts mit den Notfallstationen zu tun. Als dann auch mein Großvater starb, fiel ein bedeutendes Vermögen an mich. Geld das ich nicht brauchte, denn sie können sich denken, das wir in diesem international bekanntem Haus gutes Geld verdienen. Mehrfach bin ich während meiner Zeit an den Kliniken in Situationen gekommen, wo ich nicht helfen konnte, da die Patienten weder Geld besaßen noch eine Krankenversicherung. Meiner Familie und mir geht es so gut, das wir selbst wenn diese Klinik hier geschlossen würde, keine Sorgen haben werden. Dementsprechend habe ich mit dem Erbe meines Großvaters die Privatstiftung gegründet und zunächst die Hamburger Station ins Leben gerufen. Natürlich stellen wir auch dort den Krankenkassen, bzw. den Privatpatienten unsere Leistung in Rechnung. Wir nehmen uns aber aufgrund des Kapitalstocks die Freiheit, Patienten die nicht Versichert sind und sich die Behandlung nicht leisten können, kostenfrei zu behandeln. Unter anderem ist die monatliche Sprechstunde auf der Herbertstraße ein Beispiel dafür. Ein Teil des Kapitals ist sehr gut angelegt, so das weiteres Geld neben den Einnahmen hereinkommt. So können wir uns die kostenlosen Leistungen aber auch eine gute Ausstattung und vernünftige Gehälter für unser Personal leisten. Im übrigen sind neben der Hamburger Station inzwischen 6 weitere Stationen im norddeutschen Bereich entstanden." Julia ...