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Kunstunterricht
Datum: 22.11.2021, Kategorien: Kunst, Autor: Jorge
... Unterkunft, nicht allzu weit entfernt, mit geeigneten Räumen, die keinen Blick von aussen zuliessen, war schnell gefunden. Nach der kurzen Anreise, und nachdem alle Handys eingesammelt worden waren, begann am Samstag pünktlich um 10 Uhr der Unterricht: "Für dieses Seminar habe ich ein ungewöhnliches Thema vorgesehen, nämlich die Darstellung des Anus in der Kunst." Ein Raunen ging durch die Klasse, Gekicher, Getuschel. "Ja, ich weiss, dies ist eigentlich ein Tabuthema. Ist die Darstellung des Pos in der Malerei und Bildhauerei allgemein anerkannt, gilt der Anus als schmutzig und anrüchig. Andererseits ist klar, dass der Anus eine erogene Zone ist, bei der viele Nervenenden zusammenlaufen. Ich werde jetzt keinen Vortrag über die Einzelheiten analer Erotik halten, das könnt ihr im Internet jederzeit recherchieren, wahrscheinlich habt ihr das schon. Aber um es in aller Deutlichkeit zu sagen: Es gibt Männer und Frauen, die anale Praktiken ablehnen, aus welchen Gründen auch immer. Und das ist völlig in Ordnung. Lernziel dieses Kurses ist ausdrücklich nicht, sich anale Erotik zu eigen zu machen, das muss jeder und jede für sich entscheiden, sondern zu akzeptieren, dass es so etwas gibt, und dass dies seinen Ausdruck in der Kunst und Literatur findet." In der folgenden Slide-Show begann sie, in groben Zügen die Geschichte der "analen" Kunst zu skizzieren. Sie begann mit prähistorischen Felszeichnungen einer längst ...
... untergegangenen indigenen Kultur in Südamerika, aus denen eindeutig hervorging, dass Analverkehr zwischen Männern und Frauen die häufigste Sexualpraktik war, Vaginalverkehr war fast ausschließlich der Fortpflanzung vorbehalten. Es ging weiter mit antiker griechischer Keramik, auf denen nackte Sportler dargestellt waren, die sich lächelnd gegenseitig einen Finger in den Anus steckten. Es folgten unter anderem Darstellungen von homo- und heterosexuellem Analverkehr aus dem persischen und indischen Raum. Schließlich das Bild von Christopher D'Alton aus dem Jahre 1855, welches einen weiblichen Po zeigt, der Anus sowie die Vagina sind detailliert dargestellt, ausserdem ist im rechten oberen Rand eine Zunge erkennbar (s. Bild 86356). Es folgten 2 Illustrationen von Paul Avril, die er 1892 für eine Ausgabe der "Sonnets luxurieux" von Pietro Aretino aus dem 16. Jahrhundert angefertigt hatte. Auf der einen ist ein Mann zu bewundern, dessen Finger im Po seiner Partnerin steckt, die dies sichtlich geniesst (s. Bild 86358). Die andere zeigt einen Mann, dessen voll erigierter Penis im Begriff ist, in den Anus der vor ihm knienden Geliebten einzudringen (s. Bild 86359). Und so ging es weiter, bis zur Jetzt-Zeit: Ein Bild zeigte den Kot-verschmierten Hintern der Performance-Künstlerin Ann Liv Young, die bei einer Performance in eine Schüssel kackte. Die mit Zuckerstreuseln und Papierschirmchen verzierten Fäkalien wurden am Schluß der Veranstaltung ...