1. Der Schmied aus Intal Kapitel 35 bis Ende


    Datum: 19.03.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    ... habe mein Leben lang hart arbeiten müssen, keine Zeit für Bildung oder eine Ausbildung gehabt!", antwortete er und versank in tiefes Schweigen.
    
    Ich sah ihn lange an und versuchte ihn unterzubringen, er war ein Freund von Mora und man ließ keine Freunde hängen. Sie hatten recht, wenn sie zu uns kamen. Hier war ein Ort, an dem auch die sonderbarsten Menschen einen Platz finden würden. Es würde wenige Tage dauern und sie wären ein Teil der Gemeinschaft, ohne angeschaut zu werden. Hier normalisierte sich alles schnell und bald würde es ein alltäglicher Anblick sein, wenn zwei Menschen ihrer Art durch das Dorf liefen.
    
    „Ich könnte dich in meiner Schmiede gebrauchen. Kräftige Hände sind immer willkommen und wir werden was für dich finden!", brachte ich schließlich heraus und erntete ein glückliches Lächeln.
    
    Damit war klar, dass sie bei uns blieben. Abgesehen davon versuchte ich neue Geschäftsfeder zu finden, und da wir keine Weber hatten und Bekleidung teuer eingekauft werden musste, kam mir Mora gerade recht. Ich war gespannt darauf, was für Stoffe sie herstellen konnte, in ihrer Heimat waren sie sicher anders als bei uns.
    
    Sie bekamen eines der kleinen Häuser zugewiesen, die am Rande des Dorfes standen. Sie konnten es bewohnen, solange sie kein Eigenes hatten.
    
    Mir war aufgefallen, dass Mora und Zago mehr als zufällig zusammengekommen waren. Sie verband mehr als Weggefährten zu sein, und so war es ihnen recht, zusammenzuwohnen.
    
    Mora begann sogleich, in dem ...
    ... kleinen Haus eine Werkstatt einzurichten. Sie kaufte alles von dem Geld, was ich ihr gegeben hatte. Ich sah es mit Freude, es kam unserer Gemeinschaft zugute. Sie ließ von den Zimmerleuten einen Webstuhl bauen und kaufte Wolle von den vielen Händlern, die inzwischen unser Dorf besuchten und gute Geschäfte machten. Danach sah man sie lange nicht mehr, nur das Klappern des Webstuhls war oft und lange Stunden über zu hören. Sie arbeitete von morgens bis abends.
    
    Als ich die ersten Stoffbahnen zu Gesicht bekam, wunderte ich mich, wie schön sie aussahen. Sie waren bunt und gemustert. Bei uns liefen die Menschen einfarbig und in bräunlichen Tönen herum. Es war eine Abwechslung für die Augen. Die Leute sahen die Stoffe erst skeptisch an, hatten so was noch nicht gesehen. Wenig später sah man öfters Menschen, die hier und da was von dem Stoff trugen. Einige der Händler interessierten sich schnell dafür, es ließ sich gut verkaufen. Zumindest an den Höfen der Reichen und Schönen, die für Ausgefallenes zu haben waren.
    
    Innerhalb kürzester Zeit florierte Moras Geschäft.
    
    Zago wurde bei mir beschäftigt. Er hatte gewaltige Kräfte und schwang den Hammer mit einer Kraft, die schon erstaunlich war. Ich hatte für ihn einen Hammer geschmiedet der doppelt so schwer war wie mein größter, er schwang ihn leicht, wie jeden anderen. Er wurde eine große Hilfe. Waren die Werkstücke zu groß, um sie mit normalem Werkzeug zu bearbeiten, schaffte er es sie in einem Zug zu formen. Sonst hätten wir sie ...
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