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Der Schmied aus Intal Kapitel 14/16
Datum: 14.04.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... war. Ich mochte sie auf ihre eigenartige Art und beobachtete sie, wenn sie dasaß und geschickt mit allem umging, was sie sich vornahm. Sie wurde schnell wütend und traurig zugleich, wenn es nicht klappte, wie sie es wollte. Ab und zu sah ich sie ein Werkstück in die Ecke werfen, wenn keiner hinsah, stets nahm sie es auf und korrigierte den oder die Fehler, wenn es ging. Mit meinen Schwertern gab sie sich mehr Mühe als sonst. Soweit ich weiß, ging nichts daneben. Ich hätte es sofort gesehen, Stahl vergibt keine Fehler. Sie war das stille Wasser im Haus und man wusste nie, was in ihrem Gehirn vor sich ging. Rea war die Einzige im Haus, vor der man sich in acht nehmen musste. Unberechenbar wie ein Reptil, nicht fähig nach außen zu zeigen, was sie fühlte. Gerade das war es, was sie für mich faszinierend machte. Kasi schien das alles nichts aus zu machen. Oft saß sie mit baumelnden Beinen neben Rea und erzählte ihr dies und das, was sie gemacht hatte und weiteres unwichtiges Zeug, ohne das Rea antwortete. Wenn sie überhaupt reagierte, war es ein kurzes Nicken oder schütteln. Kasi machte das nichts aus. Sonst war sie nicht so, aber gerade weil Rea nicht antwortete, konnte Kasi ihren ganzen seelischen Ballast los werden, ohne getadelt zu werden. Sie wusste, dass Rea es niemandem anderen erzählen würde. Die Zwillinge Issa und Flora waren anders. Sie redeten und redeten den ganzen Tag. Zerrissen sich ihre Mäuler über dieses und jenes, sodass man ab und zu Einhalt ...
... gebieten musste, damit es nicht zu schlimm wurde. Sie waren unheimlich hübsch, gut gewachsen und hatten die gleichen Interessen. Man konnte sie daran auseinanderhalten, weil Floras Haare gewellt waren und Issas absolut glatt. Dabei sahen sie aus, als wenn sie unschuldig wie sonst was waren. Doch unter diesen niedlichen Schalen versteckten sich faule Kerne. Sie machten im Dorf in ihrem Alter die jungen Männer verrückt, doch im Gespann waren sie nahbar, wie ein Dornbusch, an dem sich manch einer stach. Kokett schlenderten sie umher und machten schöne Augen der Unschuld. Am Abend machten sie sich über diejenigen lustig, die darauf hereingefallen waren. Allerdings muss man sagen, dass die Jungen nicht schlauer wurden. Es war ihnen egal, dass sie einen Korb nach dem anderen bekamen. Sie verhielten sich wie räudige Hunde und schnüffelten hinter ihnen her. Immer mit der Nase am Boden, um sie sich blutig zu laufen. Es war beeindruckend, wie sie sich alle zum Narren machten. Besonders jetzt, wo die Körper der Zwillinge langsam frauliche Formen annahmen, wurde es schlimmer. Kasi dagegen ging ihren eingeschlagenen Weg. Kein Junge kam auf die Idee, dass sie ein Mädchen war. Sie tummelte sich weiter in der Gegend herum. Oft kamen wir in Verlegenheit, wenn die Eltern andere Kinder vor unserer Tür standen und sich über sie beschwerten. Entweder, weil Mal wieder eines von ihnen, eine blutige Nase oder ein Veilchen hatte. Kasi hatte auch oft Kampfspuren an ihrem Körper, aber sie sagte ...