1. Polyamorie 02


    Datum: 01.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat

    ... mir in die Rippen. „Jetzt hör aber auf. Ja, stimmt, du hast recht. Ich gehe auch voll ab, wenn es zur Sache geht. Ich weiß nur nicht, was mich da drinnen erwartet. Wie reagiere ich auf die ganzen Sachen? Wird mir schwindelig, weil ich nicht weiß, wo ich zuerst und wo zuletzt hinschauen soll? Oder übermannt es mich und ich liege kurzerhand zuckend und schreiend mit nem Orgasmus auf dem Boden und fingere an mir selber herum?" Sie schlug sich die Hände vors Gesicht. „O Gott, lass mich bloß keinen Orgasmus im Sexshop bekommen."
    
    Während sie das sagte, wurde mein Grinsen immer breiter. Kopfschüttelnd schaute ich zu, wie sie hektisch gestikulierend ihre Bedenken verdeutlichte. Diese Yasi gefiel mir noch besser. Ein schüchterner Vulkan, der im Innern vor Geilheit brodelte und selber nicht wusste, wann und wie er ausbrach. Yasi war eben eine Wundertüte, sogar für sich selbst.
    
    Ich nahm ihre Hände vom Gesicht und hob ihr Kinn an. „Du bist süß. Einfach süß. Ich liebe dich." Ich gab ihr einen leichten Kuss. Sofort stellte sie sich auf die Zehenspitzen, umschlang meinen Hals und ging drauf ein. Wir küssten uns innig.
    
    Ein Passant lief an uns vorbei. „Na, nehmt euch n Zimmer! Fehlt nur noch, dass der Alte das Küken auf offener Straße fickt."
    
    „Ich ficke, wo und mit wem ich will. Das geht sie überhaupt nichts an!", keifte Yasi dem Mann hinterher. Sie ging ihm einen Schritt nach. „Scheren sie sich um ihren eigenen Mist! Ich bin über 18 und der Mann ist der Vater meines ...
    ... Kindes. Also pfiat di!" Sie stampfte mit einem Fuß auf, dass dem Angesprochenen ein Schreck erfuhr und er eiligst davon stob.
    
    Ich griff ihren Arm und zog sie mit mir. So mutig sie eben noch war, so schnell liefen wir Hand in Hand in die entgegengesetzte Richtung. Nach ein paar Metern gingen wir langsamer. Vom Weiten sah ich, Lisa und Lena warteten am Erotik-Shop auf uns.
    
    „Was war das denn eben?", fragte ich Yasi.
    
    „Na ist doch wahr. 'Fehlt nur noch, dass der Alte das Küken auf der Straße fickt'", äffte sie ihn nach. Yasi drehte sich erneut in die Richtung des Mannes. „Und wenn schon? Neidisch, oder was?", rief sie ihm nach. „Ich kann solche voreingenommenen, bornierten Typen nicht ausstehen. Die kotzen mich an!" Yasi war auf 180.
    
    „Ich meinte, das ‚Pfiat di'! Das hast du sonst nie gesagt"
    
    „Ach das. Das rutscht mir nur raus, wenn ich mich aufrege. Sonst spreche ich schon Hochdeutsch. War ja auch eines meiner Schwerpunktfächer."
    
    „Aha. Schwerpunkt ‚Hochdeutsch'", grinste ich. Sie griff schmunzelnd meine Hand und ging mit mir die restlichen Meter zu unseren wartenden Geliebten.
    
    „Was war los?", fragte Lena, als wir sie erreichten.
    
    „Nichts!", antwortete Yasi. „Nur so ein Typ, der meinte, seinen Senf dazugeben zu müssen, als ich Papa geküsst habe!" Sie stieß die Eingangstür auf und verschwand im Laden. Lisa und Lena sahen mich verdutzt an. Ich zuckte mit den Schultern, war aber selber ein wenig über Yasis emotionale Schwankungen verwundert. Lisa und Lena gingen ...
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