1. Polyamorie 02


    Datum: 01.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat

    ... Undeutlich nahm ich wahr, dass die Meier-Zwillinge wieder auf der Bühne standen. Diesmal sangen sie keinen ABBA-Song, sondern einen von Modern Talking.
    
    Cherry-Cherry ... Oh, Gott, mir wird schon wieder schlecht!
    
    Als sie endlich fertig waren, grölte das Publikum und klatschte laut. Zu laut. Ich hielt mir die Ohren zu. Irgendwie kam ich mir wie drei Affen in einer Person vor.
    
    Vereinzelt schwenkten ein paar ihre Handys durch die Luft, um ihr Gefallen zu bekunden und ihre Stimme abzugeben. Die Musik war zwar absolut nicht mein Ding, aber ich musste zugeben, die Zwillinge hatten das recht gut gemacht. Sie sangen frei wie Yasi und sahen verteufelt sexy aus mit ihren fast transparenten Netzblusen und den roten BHs darunter. Ihre langen blonden Haare erinnerten mich an Lisa. Ich fand, die hatten ein bisschen was von meinen drei Süßen. Vielleicht nestelte ich deshalb an meinem Handy und versuchte ihnen mein Licht zu geben. Lena riss es mir aus der Hand und steckte es selber ein. „Hey, Paps. Jetzt noch nicht abstimmen. Das sind die falschen." Beleidigt plumpste ich auf meinem Hocker. Mit verschränkten Armen starrte ich geradeaus auf die Bühne. Die beiden Zwingelinge mussten noch zwei Schwestern haben. Ich sah schon vier von den Süßen.
    
    Ich massierte mir die Schläfen. So konnte das nicht weitergehen. Ich kniff die Augen zu und riss sie wieder auf.
    
    „Ah, da isch Coory. Un Schiggi!" Ich zeigte mit ausgestrecktem Arm auf die beiden. Cory zog Siggi hinter sich auf die Bühne ...
    ... und drückte ihm das Mikro in die Hand.
    
    „Hier, ich hab dir stilles Wasser und was zu knabbern besorgt." Yasi reichte mir ein Glas und eine Schale mit Nüssen und Salzstangen. „Trink das und iss nebenbei etwas Salziges, dann wird's dir gleich besser gehen."
    
    „Danke, mein Kätzschen. Du bist ein Engel ... ach ne, dasch isch ja Lisa."
    
    Sie setzte das Glas an meine Lippen, damit ich trank, dann steckte sie mir ne Stange in den Mund. Der anschließende Kuss auf die Stirn half am besten. Ich fühlte mich gleich wohler.
    
    Auf der Bühne tat sich was. Sanfte Klaviertöne erklangen aus den Boxen. Siggis sonore Stimme, fegte mich fast vom Hocker, als er sang:
    
    It's been seven hours and fifteen days
    
    Since you took your love away
    
    Er schaute auf den Monitor. Cory nicht, sie kannte den Text.
    
    I go out every night and sleep all day
    
    Since you took your love away
    
    Die Leute erkannten den Song. Erst jubelten sie, dann verstummten sie, um der gefühlvollen Interpretation zu lauschen. Wer einen Partner hatte, nahm ihn in den Arm und wiegte ihn im Takt. Vorn an der Bühne entdeckte ich Frau Doktor, die Lady, mit ihrer Geliebten. Ich zog Yasi heran und tat es ihnen nach. Lena und Lisa ebenfalls.
    
    Since you been gone I can do whatever I waaaaant - Siggi zog das Wort derart in die Länge, dass bestimmt nicht nur mir eine Gänsehaut über den Rücken lief.
    
    I can see whomever I choo-oo-se
    
    „Boah, der ist ja fast besser als Cory", rutschte mir vor Bewunderung heraus. Yasi nickte nur ...
«12...170171172...180»